Neuer Standort in Seestermühe: Reittherapie Yabella wendet Schließung ab
Nach einer kurzfristigen Kündigung ihres Stalls stand die Reittherapie Yabella vor dem Aus. Dank breiter Unterstützung fand das Projekt kurz vor Fristablauf ein neues Zuhause.
Nachdem sich Yana Graf vor einigen Jahren in Raa-Besenbek mit dem Projekt „Yabella“ selbstständig gemacht hatte, etablierte sich die Reittherapie Schritt für Schritt. Angefangen mit dem Pony „Peppa“, das weiterhin zur Herde gehört, wuchs das Vorhaben. Später holte Graf mit Sarah Seebach eine Freundin sowie Kinder- und Jugendtherapeutin ins Team, bevor die Reittherapie in einen Stall in Bevern wechselte. Dort folgte im Frühjahr 2026 überraschend die Kündigung durch die Stallchefin. „Sie wusste, dass das meine Existenz war. Und für sieben Pferde binnen vier Wochen eine neue Bleibe zu finden, ist hier in der Region eigentlich unmöglich.“
Auf den Schock folgte Unterstützung aus der Bevölkerung. Eltern der betreuten Kinder sowie Fremde aus dem Kreis Pinneberg und darüber hinaus beteiligten sich an Hilfeleistungen, wie die shz berichtet. Eine Spendenkampagne im Internet deckte einen Teil der Suchkosten ab. Der reguläre Betrieb musste jedoch vorerst pausieren. „Gut drei Wochen hatten wir geschlossen, weil wir durch die Kreise Pinneberg und Steinburg gefahren sind“, sagt Graf. Die Rückmeldungen fielen meist verhalten aus: „Die Antwort lautete meist: ‚Puh, das ist ganz schön kurzfristig.‘“ Die Pferde konnten vorübergehend auf Koppeln von Bekannten unterkommen, für den Therapiebetrieb fehlte allerdings eine Halle oder Hallenzeiten.
Dringende Suche nach einer Reithalle
Nach drei Wochen intensivierte sich die Sorge im Team. „Es war kurz vor knapp, und wir waren völlig verzweifelt. Du kannst ja sieben Pferde nicht in den Garten stellen“, schildert Andrea Graf, die Mutter von Yana Graf. Auch für die betreuten Personen hatte die Situation Konsequenzen: „Wir haben Kinder in der Therapie, die Stabilität brauchen, mit denen wir arbeiten. Denen hätten wir absagen müssen. Es wäre ja nicht nur mein Schaden gewesen, sondern auch der der Kinder“, sagt Yana Graf.Schließlich erhielt das Team den Tipp, dass die Pferdeklinik in Seestermühe geschlossen wird. „Über ganz viele Ecken bekamen wir dann den Kontakt zu Jürgen und Karin Fischer“, berichtet Graf. Sie telefonierte mit Jürgen Fischer und schilderte ihre Lage: „Ich weiß nicht, was ich tun soll, das war meine letzte Chance, und wenn es nur für zwei, drei Monate ist. Und ohne mich gesehen zu haben, sagte er: ‚Ja, komm, wir machen das.‘“
Drei Tage vor Ablauf der Frist trafen das Team, die Ponys und die Pferde in Seestermühe ein. „Da haben wir Jürgen zum ersten Mal gesehen und kennengelernt“, sagt Graf. Auch bei den Tieren trat Entspannung ein: „Und die Pferde haben sich gleich hingestellt und erstmal geschlafen. Da war mir klar, die fühlen sich hier auch wohl.“ Inzwischen steht fest, dass die Reittherapie Yabella dauerhaft auf dem Hof bleiben darf.