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Neue Gewässerpflege an Treene und Angler Auen soll Wasser halten und Natur schützen

Wasser- und Bodenverbände in der Geest und in Angeln setzen auf schonende Unterhaltungsmethoden statt Bagger und schnellen Abfluss. Modellprojekte an der Oberen Treene und der Wellspanger Au zeigen Erfolge für den Artenschutz.

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Ein bisschen Unordnung am Ufer schadet nie – schmeckt den Fischen auch besser. — Rocky, Chefkolumnist
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Die Wasser- und Bodenverbände auf der Geest und in Angeln verändern ihre Strategie bei der Gewässerunterhaltung und setzen auf das Zurückhalten von Wasser statt auf eine schnelle Ableitung. Angesichts von Trockenheit, Artenschwund und dem Klimawandel greifen neue Maßnahmen an Gewässern wie der Oberen Treene und der Wellspanger Au, wie die shz berichtet.
Vor 50 Jahren wurden Bäche im Rahmen von Flurbereinigungsmaßnahmen begradigt, offene Gräben verrohrt sowie tiefer gelegt und Ufer gemäht, um Wasser schneller abzuleiten und landwirtschaftliche Flächen intensiver nutzen zu können. Da viele Gewässer durch intensive Pflege und das Ausräumen sämtlicher Strukturen als Lebensräume für Tiere in einem ökologisch schlechten Zustand sind, brachten die Wasserrahmenrichtlinien um die Jahrtausendwende neue Vorgaben. Die Wasser- und Bodenverbände Obere Treene und Angler Auen zogen daraus Schlüsse und leiteten eine Wende ein.

Neue Methoden an der Oberen Treene

Ein Beispiel dafür ist eine etwa 500 Meter lange Pilotstrecke an der Oberen Treene im Bereich Oeversee. Landschaftsökologin Kristina Schulze-Böttcher betreut dort das Beratungsprojekt zur schonenden Gewässerunterhaltung des Landes SH. Ein mit einem Mähbalken versehener Bagger wird vom Ufer aus eingesetzt, um den Bewuchs behutsam zu entfernen, während der Fluss selbst nicht mehr ausgebaggert wird. „Wir mähen nur noch“, hebt Verbandsvorsteher Peter Espermüller hervor. Dabei wird lediglich eine Uferseite gemäht, sodass der Bewuchs auf der anderen Uferseite erhalten bleibt und den Tieren einen Lebensraum bietet. Die Tiere am Wassergrund können dadurch ungestört leben und sich vermehren.„Durch dieses Verfahren haben wir ein schmaleres Niedrigwasserprofil bei Trockenheit im Sommer. Bei Starkregenereignissen hingegen geben die Strukturen mehr Rauigkeit, sodass nicht gleich sämtliches Wasser zum Unterlieger fließt“, berichtet Schulze-Böttcher. Auch das Flussbett wird nicht mehr angefasst, wodurch Pflanzen erhalten bleiben. Verbandsvorsteher Espermüller sieht einen weiteren Vorteil in den geringeren Kosten. Das seit 2009 laufende Modellprojekt zeigt deutliche Erfolge, da Fische wie Bachforelle, Gründling und Stichling sowie Amphibien zurückgekehrt sind. Es ist geplant, das Modellprojekt bei vorhandenen finanziellen Mitteln auszuweiten, Uferanpflanzungen zur Verringerung der Wasserverdunstung vorzunehmen und weitere Moorgebiete im Bereich der Treene-Niederung zu vernässen.

Maßnahmen im Verbandsgebiet der Angler Auen

Vor ähnlichen Herausforderungen steht man im Verbandsgebiet der Angler Auen, wo der schnelle Wasserablauf ebenfalls reduziert werden soll. „Wir haben inzwischen vier von fünf Schöpfwerken abgeschaltet“, berichtet Verbandsvorsteher Tamino Ullrich. Auch hier wird auf eine zurückhaltende Uferpflege gesetzt. An der Wellspanger Au ist eine Modellstrecke des Beratungsprojektes ausgewiesen. In Planung ist zudem, die Wassermühle am Langsee so zu verändern, dass Fische künftig keine Barriere zwischen Langsee und Füsinger Au haben. Durch die ausbleibende Mahd in der Uferböschung sind auch Edelkrebse wieder vermehrt in der Region zu finden.

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