Neues Gutachten zeigt Wege zur Treibhausgasneutralität in Bad Oldesloe
Ein wissenschaftliches Konzept soll Bad Oldesloe auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035 Orientierung bieten. Das Gutachten empfiehlt ein realistisches Szenario mit 70 Prozent Emissionseinsparung.
Bis 2035 klimaneutral? Da muss ich beim Radeln wohl kräftiger in die Pedale treten.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Ein von Fachgutachtern erarbeitetes Vorreiterkonzept soll Bad Oldesloe den Weg zur Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2035 weisen. Das Gutachten stellt die Machbarkeit verschiedener Maßnahmen auf den Prüfstand und liefert eine faktenbasierte Orientierung für die Kommunalpolitik. Am 29. Oktober wird das Konzept im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss vorgestellt. Im Bilanzjahr 2023 wurden im Stadtgebiet von Bad Oldesloe insgesamt rund 199.500 Tonnen Treibhausgase ausgestoßen. Mit durchschnittlich 7,99 Tonnen pro Kopf liegt die Stadt rund 15 Prozent über dem bundesweiten Vergleichswert. Den größten Anteil daran trägt der Verkehrssektor mit knapp 46 Prozent, gefolgt von Gewerbe und Industrie mit 29 Prozent sowie privaten Haushalten mit 24 Prozent, wie die shz berichtet. Die Stadtverwaltung selbst verursacht lediglich rund 2 Prozent der Emissionen.
Zwei Entwicklungspfade im Vergleich
Das Gutachten stellt klar, dass die Stadtverwaltung nur bei ihren eigenen Gebäuden und Fahrzeugen direkt durchgreifen kann. Auf privates Eigentum und das Mobilitätsverhalten kann die Kommune lediglich durch Beratung und verbesserte Rahmenbedingungen einwirken. Aus diesem Grund unterscheidet das Konzept zwischen zwei Entwicklungspfaden.
Das theoretische „Netto-Null-Szenario“ verlangt eine Sanierungsquote von 2,8 Prozent und eine nahezu vollständige Umstellung des Straßenverkehrs auf Elektromobilität. Dies stufen die Verfasser in der verbleibenden Zeit als „sehr unwahrscheinlich“ ein. Stattdessen empfiehlt das Gutachten das ambitionierte, aber realistische „Klimaschutzszenario“. Dieses führt bis 2035 zu einer Reduktion der Treibhausgase um rund 70 Prozent. Verbleibende Restemissionen müssen durch den gezielten Ausbau natürlicher CO2-Senken wie die Wiedervernässung von Mooren und Aufforstungen ausgeglichen werden.
Globale Einordnung durch UN-Bericht
Der aktuelle Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP) unterstreicht die Dringlichkeit lokaler Klimaschutzmaßnahmen. Ohne eine drastische Verschärfung der weltweiten Maßnahmen steuert die Erde im laufenden Jahrhundert auf eine Erwärmung von bis zu 2,8 Grad Celsius zu, was verheerende Extremwetterfolgen nach sich zöge. Um das völkerrechtlich vereinbarte 1,5-Grad-Ziel erreichbar zu halten, müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2035 um rund 45 Prozent gegenüber dem Niveau von 2019 sinken.
Das Klimaschutzkonzept wird am 29. Oktober um 19 Uhr in der Festhalle im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss vorgestellt.
Nach einem Sturm ist an einem aufgeschütteten Strandabschnitt in Heiligenhafen faulig riechendes Material aufgetaucht. Nun laufen Untersuchungen zu den Ursachen.
Der Naturpark Holsteinische Schweiz plant das Projekt „Waldgeschichten“ in Kasseedorf. Trotz möglicher Fördermittel sorgen sich Gemeindevertreter wegen des Eigenanteils und der Folgekosten.
Eine entwickelte Anwendung zeigt Vätern den Weg zu barrierefreien und für Männer zugänglichen Wickelmöglichkeiten inklusive Ausstattung und Öffnungszeiten.
Eine Zusammenfassung der meistgelesenen Artikel der vergangenen Woche aus der Region. Die Themen reichen von Großbränden und Autobahnsperrungen bis hin zu einer Reise nach Kapstadt und Schicksalen aus dem Tierschutz.
Anwohner im Schleswiger Wohngebiet Rehwinkel leiden seit Jahren unter dem dauerhaften Verkehrslärm der B201. Nun prüft die Stadt im Rahmen einer Lärmaktionsplanung Sanierung oder Neubau einer maroden Lärmschutzwand.
Im November macht die bundesweite Doku-Reihe „Letsdok“ Station im Kreis Steinburg. Neben Filmvorführungen stehen in Hohenlockstedt und Kellinghusen direkte Gespräche mit den Regisseurinnen auf dem Programm.