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Kasseedorf berät über geplanten Erlebnis-Wanderweg trotz hoher Hürden

Der Naturpark Holsteinische Schweiz plant das Projekt „Waldgeschichten“ in Kasseedorf. Trotz möglicher Fördermittel sorgen sich Gemeindevertreter wegen des Eigenanteils und der Folgekosten.

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So viel Snackerei um ein paar Pfähle im Wald. Moin auch. — Rocky, Chefkolumnist
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Der Naturpark Holsteinische Schweiz möchte in der Gemeinde Kasseedorf einen Erlebnis-Wanderweg mit Waldgeschichten umsetzen. Trotz hoher Fördermittelquoten zögert die Gemeindevertretung wegen der finanziellen Eigenanteile und künftiger Instandhaltungskosten. Nun soll sich der Sozialausschuss am 26. Oktober erneut mit dem angepassten Konzept befassen.

Finanzierung und Bedenken in der Gemeindevertretung

Svenja Hartmann stellte das Projekt „Waldgeschichten“ in der Gemeindevertretung vor. Sie entwickelt für den Naturpark Holsteinische Schweiz Erlebnis-Wanderrouten für unterschiedliche Zielgruppen. Gefördert wird das Vorhaben durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Zehn Stationen, Geschichten über den Wald und neue Anreize für Wanderer sind vorgesehen, um bestehende Wege in Kasseedorf aufzuwerten. Die Idee stößt in der Gemeindevertretung zwar auf Zustimmung, jedoch bereitet die Finanzierung Sorgen. Wie die shz berichtet, machte Bürgermeister Mario Bielarz (CDU) deutlich, dass das Geld nicht vorhanden sei. Selbst bei einer Förderung von 80 Prozent hätte Kasseedorf bei den ursprünglich kalkulierten Gesamtkosten von 28.250 Euro zunächst 5.650 Euro beisteuern müssen.

Neben der Investition bereiten den Gemeindevertretern auch die Folgekosten Sorgen. Gemeindevertreter Oliver Jeske (CDU) verwies darauf, dass die Gemeinde die Stationen während der Förderlaufzeit instand halten und die Wanderwege unterhalten müsste. Selbst wenn Hartmann den jährlichen Aufwand auf wenige hundert Euro schätzte, summierten sich die Kosten über die Jahre. Zudem werde der Bauhof dadurch zusätzlich belastet, befürchtete Jeske, und stellte die Frage nach dem konkreten Nutzen für Kasseedorf. Hartmann erwartet, dass die Waldgeschichten sowohl Touristen als auch Einheimische anziehen, wovon der örtliche Einzelhandel und die Attraktivität der Gemeinde als Wohnort profitieren könnten.

Reduziertes Konzept und bürgerschaftliches Engagement

Wegen der angespannten Haushaltslage hat Hartmann das Konzept bereits angepasst. Im Mittelpunkt steht nun der rund vier Kilometer lange Rundweg „Eule“, wo statt zehn zunächst sieben Erlebnisstationen entstehen sollen. Der Eigenanteil der Gemeinde würde damit auf 3050 Euro sinken. Geplant sind Stelen als „Sprachrohr des Waldes“ sowie bodennahe Informationstafeln mit Bildern und Grafiken. Jede Station soll ein Kapitel der Waldgeschichte Ostholsteins erzählen und auch provokante Zitate beinhalten, die Besucher zum Nachdenken anregen sollen.

Ein besonderer Ort ist der bereits vorhandene Steg am Oberteich, der zu einem von vier herausgehobenen Erlebnispunkten im Naturpark werden soll. Für diese Station wäre kein kommunaler Eigenanteil nötig, da eine von vier besonderen Erlebnisstationen im Naturpark zu 100 Prozent gefördert werden kann. Allerdings gehören Wege und Bauwerke entlang der Route teilweise Privatpersonen. Für die notwendige Instandsetzung des Stegs hat der Naturschutzverein Kasseedorf bereits Kosten ermittelt, die seine Mitglieder tragen müssten.

Eine mögliche Lösung sehen Hartmann und die Gemeindevertreter im bürgerschaftlichen Engagement. Die Hälfte des kommunalen Eigenanteils könnte durch Spenden finanziert werden, zehn Prozent der Gesamtkosten müssten jedoch weiterhin aus dem Gemeindehaushalt kommen. Der Sozialausschuss befasst sich am 26. Oktober um 19 Uhr im Schulungsraum der Feuerwehr in Kasseedorf erneut mit den Plänen, um zu beraten, ob Sponsoren oder Unterstützer bei der Umsetzung helfen können.

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