Lärmbelastung an der B201: Schleswiger Anwohner fordern Schutzmaßnahmen
Anwohner im Schleswiger Wohngebiet Rehwinkel leiden seit Jahren unter dem dauerhaften Verkehrslärm der B201. Nun prüft die Stadt im Rahmen einer Lärmaktionsplanung Sanierung oder Neubau einer maroden Lärmschutzwand.
Im Rehwinkel herrscht durch den Verkehr auf der benachbarten B201 dauerhafter Lärm. Wie die shz berichtet, bemühen sich Anwohner wie Horst Kiso und Rainer Haulsen seit Jahrzehnten um Verbesserungen. „Man wohnt hier eigentlich sehr schön. Aber dieser verdammte Lärm macht uns wirklich zu schaffen“, sagt Horst Kiso. Sein Nachbar Rainer Haulsen ergänzt: „Gemütlich im Garten liegen kann man hier leider nicht. Dafür ist es draußen einfach zu laut.“
Auch neuere Anwohner spüren die Belastung deutlich. „Richtig laut wird es vor allem, wenn die Motorräder auf der B201 unterwegs sind. Das ist dann schon echt heftig“, sagt Viktor Regier. Sein Nachbar Timm Scheumann ist vor einigen Monaten mit seiner Familie in das Wohngebiet gezogen. „Am Anfang ist uns das gar nicht so sehr aufgefallen. Aber jetzt wird eigentlich immer darüber gesprochen, wenn wir zum Beispiel Gäste haben. Der Lärm kommt schon so stark durch die Fenster, dass die Kinder zum Teil nicht schlafen können“, sagt der 36-Jährige.
Forderung nach Tempolimit und Verzögerungen bei der Stadt
Als einfachste Maßnahme zur Lärmreduzierung sehen die Anwohner die Einführung einer Tempo-70-Zone auf der B201, wo derzeit 100 Stundenkilometer erlaubt sind. „Dabei gibt es auf der B201 immer wieder Abschnitte, auf denen nur Tempo 70 erlaubt ist. Warum geht das nicht auch bei uns?“, fragt sich Rainer Haulsen, der für die CDU auch in der Ratsversammlung sitzt. Obwohl die Politik der Stadt bereits vor Jahren den Auftrag für Gespräche mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) gab, gab es bislang keine Fortschritte. Auf Nachfrage erklärt die Stadtverwaltung dazu: „Die Gespräche mit dem LBV.SH laufen bereits, konnten aufgrund der begrenzten Personalkapazitäten im Fachbereich Bau und der Priorisierung anderer Vorhaben bislang jedoch noch nicht intensiver seitens der Verwaltung vorangetrieben werden.“
Neue Lärmaktionsplanung und geplante Untersuchungen
Im November 2024 beschloss die Ratsversammlung eine neue Lärmaktionsplanung. „Hierbei wurde festgestellt, dass sich die vorhandene Lärmschutzwand nördlich des Rehwinkels in einem schlechten Zustand befindet“, erklärt Stadtsprecherin Manuela Brodersen.
Die vorhandene Lärmschutzwand in Holzbauweise stammt aus dem Jahr 1976. Damals wurde für die B201 als Ortsumgehung von etwa 4600 Fahrzeugen am Tag ausgegangen, während heute rund 8200 Fahrzeuge täglich gezählt werden. „Es kann bereits aufgrund der Anzahl der Fahrzeuge von einer höheren Lärmbelastung ausgegangen werden. Zudem entspricht auch die bauliche Ausführung der Lärmschutzwand in Holzbauweise nicht dem aktuellen Stand der Technik“, führt Manuela Brodersen weiter aus.
Ein qualifiziertes Ingenieurbüro soll nun im Auftrag der Stadt untersuchen, welche Maßnahmen den Lärm verringern können. Als Optionen stehen eine Sanierung sowie ein Neubau im Raum. Im Haushaltsjahr 2027 sind dafür 50.000 Euro an Planungskosten vorgesehen. Horst Kiso, der inzwischen seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, hofft weiterhin auf eine Lösung: „Es wäre schön, wenn ich ein bisschen mehr Ruhe noch erleben darf. Wir bleiben auf jeden Fall dran“.