Niedrige Wasserstände im Harz: Freigelegtes Dorf lockt Schaulustige in Schlammzone
Durch das Niedrigwasser der Okertalsperre sind Mauerreste des gefluteten Ortes Schulenberg wieder sichtbar. Die Harzwasserwerke warnen vor Gefahren beim Betreten des aufgeweichten Bodens.
Schlamm ohne Ebbe und Flut? Das ist nix für Küstenkinder. Schön oben bleiben!
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Aufgrund anhaltend niedriger Wasserstände im Harz sind in der Okertalsperre Überreste des ehemaligen Dorfes Schulenberg wieder sichtbar geworden. Experten warnen allerdings eindringlich davor, die trocken gefallenen Bereiche der Talsperren zu betreten. Trotz der geringen Wassermengen ist die Trinkwasserversorgung in der Region weiterhin nicht gefährdet.
Gefahr beim Betreten der Schlammflächen
Wie die Tagesschau berichtet, kann das Betreten der trockenen Bereiche gefährlich werden. Der Boden könne nachgeben, sodass man tief einsinke, warnt der Wasserversorger. Es gebe viele Bereiche, in denen man sich bei einer Besichtigung der Talsperren aufhalten könne, sagte Sprecher der Harzwasserwerke Norman Droste. Aber mit Schlamm bedeckte Bereiche, die trocken gefallen sind, gehörten nicht dazu. Sie böten nur auf den ersten Blick sicheren Halt. Im Schlamm laufe man Gefahr, stecken zu bleiben und ohne Hilfe komme man vielleicht nicht wieder heraus.
Versunkenes Dorf Schulenberg wieder sichtbar
Im Harz ist der Wasserstand mehrerer Talsperren stark gesunken, an der Okertalsperre sind sogar Mauerreste des einst gefluteten Schulenbergs wieder zu sehen. Das Dörfchen im Oberharz musste der neuen Okertalsperre weichen und wurde geflutet. Das neue Schulenberg entstand oberhalb des Stausees. Trotz der Warnungen sind rund um die Ruine kleine Trampelpfade zu sehen – nach NDR Informationen sind einige Menschen dort unterwegs, auch bei weniger gutem Wetter.
Niedrige Füllstände seit Frühjahr 2025
Die Trinkwassertalsperren sind laut den Harzwasserwerken zu etwa 45 Prozent gefüllt. Üblich zu dieser Jahreszeit wären 67 Prozent. Die Trinkwasserversorgung sei aber nicht gefährdet. Die Okertalsperre sei gerade sogar nur zu 16 Prozent gefüllt. Seit dem Frühjahr 2025 habe es regelmäßig zu wenig Niederschlag gegeben. Daran hätten auch die jüngsten Niederschläge nichts geändert. Damit der Wasserstand nicht noch weiter sinkt, wurde aus der Okertalsperre den Harzwasserwerken zufolge eine besonders geringe Wasserabgabe von einem Kubikmeter pro Sekunde an die Oker genehmigt.
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