Prävention im Haushalt: Wie sich Wohnungsbrände in der kalten Jahreszeit vermeiden lassen
Die Feuerwehr Husum gibt mit Beginn der kalten Jahreszeit wichtige Praxistipps zur Vermeidung von Bränden und Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Im Fokus stehen Kamine, Mehrfachsteckdosen, Weihnachtsbeleuchtung und Rauchwarnmelder.
Gefahren durch Kamine und Kohlenmonoxid
Mit dem Einzug der kühlen Jahreszeit wird der Kamin für viele Menschen zum Mittelpunkt des Wohnens, doch die gemütliche Wärme birgt Gefahren. Immer wieder muss die Feuerwehr Husum zu Einsätzen ausrücken, beispielsweise aufgrund von Vogelnestern im Kaminzug oder verrußten Kaminen, die dann umgangssprachlich als „Schornsteinbrand“ bezeichnet werden. Ein verstopfter Kaminzug kann zu einem Rückstau der Brandgase führen, wobei Kohlenmonoxid entsteht. „Dieses geruchlose Gas kann sich ungehindert im Haus verteilen und relativ schnell zum Tod führen“, warnt stellvertretender Gemeindewehrführer Alexander Mumm eindringlich, wie die shz berichtet. Er empfiehlt daher dringend die Nutzung von CO-Meldern: „CO-Melder können in Verbindung mit Rauchwarnmeldern Leben retten und haben in der Vergangenheit auch schon sehr, sehr viele Leben gerettet“, so Mumm weiter. Zudem rät er, Kaminanlagen regelmäßig von einer Fachkraft kontrollieren zu lassen.Risiken bei Steckdosen und Weihnachtsbeleuchtung
Neben Kaminen stellen auch elektrische Geräte und Leuchtmittel im Haushalt unterschätzte Risikoquellen dar. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Zustand von Steckdosen und Mehrfachsteckdosen, die keine Beschädigungen aufweisen dürfen. „Stecken Sie mehrere Steckdosen nicht hintereinander, da dies zu Überlastung und Überhitzung führen kann, was im schlimmsten Fall zu einem Brand führt“, betont Alexander Mumm. Für den Außenbereich dürfen ausschließlich geeignete, spritzwassergeschützte Mehrfachsteckdosen verwendet werden.Bei der Auswahl von Lichterketten für die Advents- und Weihnachtszeit sollten Verbraucher auf Kennzeichnungen wie VDE, die passende IP-Schutzklasse sowie das GS-Zeichen achten. Mumm stellt klar: „Eine CE-Kennzeichnung ist kein Indikator für eine Sicherheits- oder Prüfkennzeichnung.“ Die IP-Schutzklasse gibt zudem Aufschluss darüber, ob die Beleuchtung drinnen oder draußen eingesetzt werden darf.
Verzicht auf offenes Feuer und Wartung von Rauchwarnmeldern
Um Brände in der Wohnung gar nicht erst entstehen zu lassen, rät die Feuerwehr zum Verzicht auf offenes Feuer. „In der heutigen Zeit ist es ratsam, auf ‚echte‘ Kerzen zu verzichten, auch wenn sie eine gemütliche Atmosphäre schaffen“, erklärt der stellvertretende Gemeindewehrführer. Vergessene Kerzen seien das ganze Jahr über eine häufige Ursache für Wohnungsbrände, führt Mumm weiter an. Als sichere Alternative bieten sich hochwertige LED-Kerzen an. Mumm ergänzt: „Weitere häufige Brandursachen im Haushalt sind vergessenes Essen auf dem Herd, eine angelassene Herdplatte und unbeaufsichtigte Adventskränze mit heruntergebrannten Kerzen.“Sollte es in der Küche dennoch zu einem Fettbrand im Topf kommen, ist falsches Handeln gefährlich. „Entzündet sich das heiße Fett, kann ein Löschversuch mit Wasser zu einer heftigen Stichflamme führen“, warnt Alexander Mumm. Stattdessen sollte eine Löschdecke verwendet werden oder einfach ein Deckel auf den Topf gelegt werden. „Schalten Sie den Herd aus und schließen Sie beim Verlassen der Küche die Zimmertür. Rufen Sie anschließend die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112“, erklärt der stellvertretende Gemeindewehrführer.
Ein weiteres Problem im Alltag betrifft die Wartung von Rauchwarnmeldern. Mumm bittet die Bevölkerung darum, diese regelmäßig zu überprüfen oder durch Fachpersonal warten zu lassen. „Leere Batterien in Rauchwarnmeldern führen immer wieder zu unnötigen Feuerwehreinsätzen, da das akustische Signal einer leeren Batterie dem Ton eines Einsatzes ähnelt“, berichtet der Husumer Feuerwehrmann weiter. Abhilfe schaffen moderne Geräte, die sich auch per Smartphone steuern lassen und den genauen Batteriezustand anzeigen.