Vermüllte Altkleidercontainer in Schleswig: DRK droht mit Abbau
In Schleswig türmen sich Müll und durchnässte Textilien an den Altkleidercontainern. Wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit droht das DRK nun mit dem Abbau der Sammelbehälter.
Nen alten Fernseher zum Pullover legen? Manche Leute haben echt Krabben im Kopf.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
An den Altkleidercontainern im Schleswiger Stadtgebiet türmen sich immer häufiger nasses Gewand und illegal entsorgter Sperrmüll. Neben den Verschmutzungen belastet auch ein stark eingebrochener Markt für Gebrauchttextilien die Betreiber. Wie die shz berichtet, droht im schlimmsten Fall der Abbau der Container. An einem Container des Roten Kreuzes (DRK) in der Gildestraße landete zuletzt sogar ein kaputter Fernseher auf den nassen Klamotten. DRK-Kreisvorstand Torben Walluks äußert dafür kein Verständnis: „Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Leute ihre Kleidungsstücke einfach vor den Container werfen, wenn dieser schon voll ist. Man kann die Sachen doch einfach wieder mitnehmen. Und dann kommt auch noch die illegale Müllentsorgung dazu. Das ist wirklich eine Unart“, schimpft Walluks. Bis die Müllberge entfernt werden, kann es nach Angaben des DRK-Vorstandes ein paar Tage dauern. Das DRK hat die Leerung an einen Dienstleister übertragen. „Wenn wir etwas sehen oder Hinweise bekommen, kontaktieren wir die Entsorger natürlich. Mich stört dieser Anblick auch immer wieder“, sagt Walluks und erklärt: „Es dauert leider manchmal, bis die Fahrer verfügbar sind und vorbeikommen können. Deshalb muss man da etwas Geduld haben.“
Wirtschaftliche Probleme und drohender Abbau
Der beauftragte Dienstleister ist vermehrt damit beschäftigt, sich um die Entsorgung der Hinterlassenschaften an den Behältern zu kümmern. Laut Walluks befeuert das ein weiteres Problem: „Der Markt für die ausrangierten Kleidungsstücke ist ohnehin zuletzt stark eingebrochen. Wir können damit kein Geld verdienen. Und auch für Dienstleister bleibt nicht viel übrig. Wenn die Kleidung dann auch noch durchnässt ist oder Müll in den Containern entsorgt wird, kann man eigentlich die gesamte Ladung vergessen“, so Walluks. Für das DRK und die Dienstleister ist es kaum noch wirtschaftlich, sich um das Textilgeschäft zu kümmern. „Wir müssen schauen, wie lange sich das für unsere beauftragten Firmen noch rechnet. Da wir das selbst nicht übernehmen können, müssten wir im schlimmsten Fall die Container abbauen“, sagt der DRK-Kreisvorstand.
Hoffnung auf neues Textilgesetz
Über ähnliche Herausforderungen an den verbliebenen Sammelstellen der Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF) berichtet ASF-Geschäftsführer Lutz Döring. „Wir können leider immer nur an die Vernunft der Bürger appellieren, das zu unterlassen. Ansonsten haben wir kaum eine Möglichkeit, das zu unterbinden“, sagt Döring. Mit Blick auf das Geschäft hofft er darauf, dass ein neues Textilgesetz die Situation verbessert. Dieses sieht vor, dass Hersteller künftig Beiträge für Sammlung, Transport, Sortierung und Recycling zahlen müssen. „Ich finde es richtig, dass Hersteller mehr in die Verantwortung genommen werden. Es braucht jedenfalls eine Lösung für den zusammengebrochenen Markt“, sagt er.Für die ASF ist das Textilgeschäft zu einem Kostenfaktor geworden, Gewinne werden laut Döring keine erzielt. „Vielmehr müssen wir jetzt etwas zuzahlen, um das alles bewerkstelligen zu können. Es ist ja auch wichtig, dass die Rohstoffe wiederverwertet werden können. Dafür müssen aber die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Und da hoffe ich jetzt einfach auf das neue Textilgesetz“, sagt der ASF-Geschäftsführer. Aktuell wird davon ausgegangen, dass das neue Gesetz 2027 in Deutschland beschlossen werden soll.
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