Debatte auf Helgoland: Höhere Schmutzwassergebühren ab 2027 im Gespräch
Auf Helgoland steht wegen eines Millionenlochs im Haushalt eine Anhebung der Schmutzwassergebühr im Raum. Die Politik berät im November über verschiedene Szenarien zur Entlastung der Gemeindekasse.
Die finale Entscheidung soll anschließend am 12. November in der Gemeindevertretung fallen. Als Berichterstatterin fungiert Carina Pieper. Laut einer Sitzungsvorlage der Gemeinde liegt die kostendeckende Mengengebühr nach der aktuellen Gebührenkalkulation bei 7,24 Euro je Kubikmeter. Derzeit zahlen Haushalte und Betriebe jedoch 3,00 Euro je Kubikmeter, wie am 6. November 2025 für das Jahr 2026 von der Gemeindevertretung festgelegt wurde. Würde dieser Satz unverändert beibehalten, müsste die Gemeinde im Jahr 2027 rund 650.513 Euro zur Deckung der Differenz zuschießen.
Vier Szenarien für die künftige Mengengebühr
Die Verwaltung legt dem Ausschuss in der Verwaltungsvorlage GH/17/BL/057/2026 vier verschiedene Szenarien vor. Im ersten Fall begrenzt die Gemeinde ihren Zuschuss auf 500.000 Euro, woraufhin die Mengengebühr auf 4,00 Euro je Kubikmeter steigen würde; der rechnerische Zuschuss läge hierbei bei 436.900 Euro. Im zweiten Fall sinkt der Zuschuss auf rund 301.900 Euro, was eine Mengengebühr von 5,00 Euro zur Folge hätte. Das dritte Szenario sieht das Beibehalten der bisherigen Deckelung bei 3,00 Euro vor. Das vierte Szenario dient als Rechenhinweis: Komplett ohne Zuschuss würde die Gebühr bei 7,24 Euro liegen.Grundgebühr und Sparzwang im Haushalt
Nach einer Faustregel aus der Vorlage senkt jede Erhöhung um 0,50 Euro je Kubikmeter den Zuschussbedarf der Gemeinde um etwa 60.000 Euro. Die Grundgebühr soll gemäß Beschlussvorschlag unverändert bei 140 Euro pro Wohneinheit und Jahr bleiben, während sie sich für Gewerbe mit den Zählergrößen QN 6 und QN 15 entsprechend erhöht. Eine weitere Anhebung der Grundgebühr, die 2025 von 110 auf 140 Euro gestiegen war, verzichtet die Verwaltung nach der damaligen Diskussion erneut vorzuschlagen.Im Beschlussvorschlag bleibt die künftige Mengengebühr bewusst offen, damit die Politik den Betrag selbst einsetzt. Festgeschrieben werden soll zudem, dass die Gemeinde die in der Kalkulation ausgewiesenen Unterdeckungen weiterhin abdeckt und dass die Subventionierung im Herbst 2027 erneut auf die Tagesordnung kommt. Die Entscheidung fällt parallel zur ersten Lesung des Haushalts 2027, der einen Fehlbetrag von 13,9 Millionen Euro ausweist.