Sturmtief „Manja“ fordert Einsatzkräfte in Schleswig-Holstein
Schwere Sturmböen haben im Norden von Schleswig-Holstein zu mehreren Feuerwehreinsätzen geführt. Eine Radfahrerin wurde durch einen herabstürzenden Ast verletzt, während abgefallenes Laub vielerorts für rutschige Straßen sorgt.
In der Nacht zum Sonntag nahm der Wind aus Westen spürbar zu und frischte vor allem ab 3 Uhr stark auf. Die Leitstelle Nord in Harrislee verzeichnete bis 4.30 Uhr am Sonntagmorgen insgesamt zehn sturmbedingte Einsätze. Drei davon entfielen auf den Kreis Schleswig-Flensburg und sieben auf Nordfriesland, wobei der Schwerpunkt auf dem nordfriesischen Festland lag. Die Feuerwehr rückte vor allem aus, um auf Straßen und Wege gestürzte Bäume oder große Äste zu räumen.
Verletzte Radfahrerin und umgestürzte Bauzäune
Bei den Unwettern gab es eine Verletzte. Nach Angaben der Rettungsleitstelle wurde eine Fahrradfahrerin am frühen Morgen auf der B5 bei Witzwort von einem abgebrochenen Ast getroffen. Sie erlitt leichte Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.Weitere Einsätze wegen umgestürzter Bäume und abgebrochener Äste gab es im Kreis Schleswig-Flensburg in Struxdorf und Ellingstedt sowie auf der B200 bei Handewitt. Am Ochsenweg in Handewitt kippte an einer Baustelle zudem ein rund 15 Meter langer Bauzaun um und blockierte den angrenzenden Fuß- und Radweg vollständig. Auf dem nordfriesischen Festland rückten die Einsatzkräfte unter anderem in Bordelum zu zwei Einsätzen sowie in Ramstedt, Koldenbüttel und Südermarsch aus.
Gefahr durch nasses Laub auf den Fahrbahnen
In der kreisfreien Stadt Flensburg sowie in Schleswig und Husum kam es nach Angaben der Leitstelle zu keinen Einsätzen. Auf Amrum, Föhr und Hooge gab es ebenfalls keine Einsätze, auf Sylt musste die Feuerwehr lediglich einmal ausrücken. Trotz der Schäden sprach der Leitstellensprecher von einer insgesamt ruhigen Einsatzlage.Wie die shz berichtet, stellten jedoch größere Mengen Laub auf den Fahrbahnen seit der Nacht eine besondere Herausforderung für Autofahrer dar. Da viele Bäume Ende Oktober noch ihr volles Blattkleid tragen, boten sie dem Wind eine große Angriffsfläche. Auf vielen Straßen – darunter der B200 zwischen Handewitt und Flensburg sowie weiteren Hauptverkehrsstraßen – bildete sich ein dicker Teppich aus Laub und Ästen, der die Fahrbahnen stellenweise extrem rutschig machte.
Gemessene Windgeschwindigkeiten
Die Spitzenwerte des Sturms wurden in der Nacht zwischen 3 und 4 Uhr gemessen. An der Küste und auf offener See erreichten die Böen Geschwindigkeiten von 104 Kilometern pro Stunde an der Nordsee und 107 Kilometern pro Stunde an der Ostsee. Der Spitzenwert in Nordfriesland wurde um 3.50 Uhr mit 104 km/h auf Föhr registriert, an der Station am Leuchtturm „Kegnæs Fyr“ in Dänemark wurden 107 Kilometer pro Stunde gemessen. Auf Hallig Hooge wurden 100 Kilometer pro Stunde registriert, in List auf Sylt 96 km/h, in Strucklahnungshörn 87 km/h und in St. Peter-Ording 78 Kilometer pro Stunde. Im Binnenland verzeichnete Leck 80 km/h, der Flugplatz Schäferhaus in Flensburg 76 km/h und Schleswig 57 Kilometer pro Stunde.Nach einem vorübergehenden Abflauen am frühen Morgen soll der Wind ab dem späten Vormittag erneut stark auffrischen und mindestens wieder Sturmstärke erreichen.