Glückstadt: Mieter erwirkt Aufhebung von Sperrmüll-Sperre im Kreis Steinburg
In Glückstadt verweigerte der Kreis Steinburg einem Mieter zunächst die Abholung von Sperrmüll. Nach Protesten des gehbehinderten Rentners wird die Blockade nun wieder aufgehoben.
Streit um die Sperrmüllabholung
Der 61-jährige Rentner, der seit 2011 in der Klaus-Groth-Straße in Glückstadt lebt, wollte Anfang September eine Sperrmüllabfuhr beim Kreis Steinburg anmelden, da er seinen Kellerraum beräumen wollte. Privathaushalte können dies bis zu zweimal im Jahr gebührenfrei nutzen, da die Kosten in den regulären Abfallgebühren enthalten sind. Statt der gewohnten Bestätigung erhielt Meinhard Jeschke jedoch eine Absage. „Der Kreis hat mir mitgeteilt, dass das nichts wird, weil es eine Sperrmüll-Sperre für unser Objekt gibt“, erzählt der Rentner.
Der Vermieter, der die Wohnblöcke in der Klaus-Groth-Straße erst im April dieses Jahres von einem Luxemburger Immobilieninvestor übernommen hatte, wusste von einer Sperre nichts. Der Kreis Steinburg verwies aus Datenschutzgründen bezüglich der Sackgasse in der Klaus-Groth-Straße auf den Vermieter. Nach Telefonaten und E-Mail-Austausch stellte der Glückstädter am 9. Oktober erneut einen Antrag beim Kreis. „Schon wenige Minuten später bekam ich eine Zwischennachricht, wo man mir mitteilte, dass mein Sperrmüll in der kommenden Woche abgeholt wird“, erzählt Jeschke. Drei Tage später revidierte der Kreis seine Nachricht jedoch wieder, wie die shz berichtet.
Hintergründe und Einigung
Grundsätzlich kann in Glückstadt zweimal im Jahr Sperrmüll online, per E-Mail, per Post, telefonisch oder per Fax angemeldet werden und wird innerhalb von drei Wochen abgeholt. Alternativ gibt es den kostenpflichtigen Sperrmüll-Express innerhalb von 48 Stunden unter der Telefonnummer 04821 4039625 oder per E-Mail an sperrmuell@abfall-steinburg.de.
Verärgert kündigte der Glückstädter dem Vermieter an, die Öffentlichkeit einzuschalten. „Natürlich hätte ich den Sperrmüll selbst zum Wertstoffhof bringen können“, räumt der gehbehinderte Rentner ein. Doch bei mehr als zwei Kubikmetern wären zusätzliche Gebühren angefallen und ein Anhänger hätte geliehen werden müssen. „Das sehe ich auch vor dem Hintergrund der aktuellen Spritpreise nicht ein“, sagt er.
Daraufhin verständigte sich das Wohnungsunternehmen mit der Abfallbehörde des Kreises Steinburg. „Als neuer Eigentümer wurden wir gleich zu Beginn mit einer Menge wilden Sperrmülls konfrontiert“, heißt es von Vermieterseite. Weil dieser keiner Mietpartei zugeordnet werden konnte, investierte die Wohnungsbaugesellschaft im Frühjahr über 6500 Euro in eine gebührenpflichtige Abfuhr und beschloss gemeinsam mit dem Kreis, Sperrmüllabfuhren vorerst einzustellen. „Herr Jeschke war jetzt der erste Mieter, der sich gemeldet hat“, so der Sprecher. Der Mieter hat mittlerweile die schriftliche Zusage vom Amt für Umweltschutz vorliegen, dass die Sperre aufgehoben wird und die Anmeldung ab der kommenden Woche wieder möglich ist.