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Großübung in Harrislee: Katastrophenschutz probt den Ernstfall eines Stromausfalls

Rund 160 Einsatzkräfte haben in Harrislee die Folgen eines großflächigen Blackouts simuliert. Die Übung verdeutlichte gravierende Hürden bei der Kommunikation und Personalkapazität.

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Ohne Strom bleibt auch der Kaffeekocher kalt. Da hilft selbst das A-Team nix. — Rocky, Chefkolumnist
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Rund 160 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes haben in Harrislee den Ernstfall eines großflächigen Stromausfalls geprobt. Angenommen wurde ein Szenario, bei dem ein unbekannter Angreifer einen wichtigen Energieknotenpunkt zerstört und den Kreis Schleswig-Flensburg ohne Strom hinterlassen hat. Die Großübung des Katastrophenschutzes des Kreises Dithmarschen sollte die Einsatzkräfte darauf vorbereiten, die Folgen eines Blackouts zu bändigen.

Herausforderungen bei Kommunikation und Wasserversorgung

Bei der Übung auf dem Gelände der Landesfeuerwehrschule in Harrislee bei Flensburg versuchten die Einsatzkräfte, mehrere Lagen gleichzeitig zu bewältigen, wie die Tagesschau berichtet. Eine wiederkehrende Hürde waren dabei Absprachen. Die Menge an Informationen mache es den Einsatzkräften schwer, Entscheidungsträger effizient auf dem Laufenden zu halten, und für Letztere sei es wiederum schwierig, den Überblick zu behalten, erklärt Jens-Gerret Lund von der Freiwilligen Feuerwehr Erfde. Lund hat die Übung zusammen mit Pascal Simon vom Bevölkerungsschutz des Kreises Dithmarschen seit einem Jahr geplant. Inspiriert durch einen Stromausfall in Dithmarschen in der vergangenen Woche bauten die Organisatoren die Überraschung ein, dass ab einem Punkt die Funkgeräte ausfielen.

Da auch das Wassernetz mit Strom läuft, musste sich die Feuerwehr alternative Quellen für Löschwasser suchen und versorgte die Einsätze über einen Teich auf dem Übungsgelände. Da Menschen in kalten Monaten nach alternativen Wärme- und Lichtquellen suchen, bestehen bei Stromausfällen stets Brandgefahren. Dabei kann einiges schiefgehen, erklärt Pascal Simon. Teil der Übung war daher auch eine Gasexplosion in einem einsturzgefährdeten und verrauchten Gebäude. Zudem spielten 48 freiwillige Übungsdarsteller verletzte Brandopfer, hysterische Menschen und besorgte Bürger, die mit Sachspenden helfen wollten. Die Einsatzkräfte mussten lernen, mit diesen hartnäckigen Menschen umzugehen und sie vom Einsatzort zu entfernen, um ungestört arbeiten zu können.

Störungen und fehlende Einsatzkräfte

Zusätzlich wurden die Einsätze durch Drohnen gestört. Sebastian Jung beschallte die Einsatzkräfte per Drohne mit der A-Team-Titelmusik und erklärte: „Mit ihr können wir unsere Leute nicht nur beobachten, sondern auch stören.“ Im schleswig-holsteinischen Stromnetz existieren im Höchstspannungsnetz 22 große Umspannwerke mit 380.000 Volt. In kleineren Umspannwerken von SH Netz wird der Strom zu Mittelspannung und in Ortsnetzstationen zu Niederspannung verringert, bevor er mit 400 oder 230 Volt in den Haushalten ankommt. Am anfälligsten ist die Stromversorgung im Ortsnetz, wo schon ein beschädigtes Kabel unter dem Gehweg für einen Ausfall sorgen kann. Wir haben beim Stromausfall an der Westküste gesehen: Strom ist vollkommen unspektakulär, wenn er da ist - wenn er aber nicht da ist, dann wird es spektakulär.

Immer wieder stießen die Einsatzkräfte in Harrislee an ihre Grenzen, da sie unterbesetzt waren. „Mit wenig auskommen“ lautet die Devise von Pascal Simon. „Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass jedem gleichzeitig geholfen wird. Dazu haben wir zu wenig Leute“, erklärt Pascal Simon. Wir können nicht alle retten. Daran müssen wir uns gewöhnen. Und das ist auch Simons Fazit. „Luft nach oben“ sei in der Handlungsbereitschaft von Feuerwehr, THW und DRK vorhanden – nicht aufgrund schlechter Vorbereitung, sondern wegen fehlender Einsatzkräfte. Großübungen sollen zeigen, wie dieser Engpass die Arbeit beeinflusst und wie die Einsatzkräfte bestmöglich damit umgehen können.

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