Erst weht der Wind das Wasser weg, und plötzlich steht das Boot im Schlick.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Das Orkantief „Manja“ zieht über die Küste und bringt dem Flensburger Hafen drastisches Niedrigwasser. Durch den steifen Westwind wird das Wasser aus dem Fördehafen gedrückt, sodass der Pegel bis in die Nacht zum Montag auf bis zu 87 Zentimeter unter Normalnull fallen könnte. An der Nordseeküste stellen erste Fähren den Betrieb ein und Stöpen werden geschlossen. Die nordfriesische Nordseeküste wappnet sich gegen den ersten Herbststurm, berichtet die shz. Während auf Föhr die Stöpen geschlossen werden und der Fährbetrieb vorläufig ruht, führt das angekündigte Orkantief „Manja“ im Flensburger Hafen zum entgegengesetzten Extrem: Niedrigwasser. Die Tiefstwerte werden für Sonntag erwartet.
Entwicklung der Pegelstände und Windwerte
Zwischen 50 Zentimetern über dem mittleren Pegelstand und 20 Zentimetern darunter sollte das Wasser nach Daten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie am Freitagabend fallen. In der Nacht auf Samstag steigt das Wasser noch einmal auf etwa 46 Zentimeter über Normalnull, bevor es wieder stark absinkt. Am Sonntag um 4 Uhr könnte der Pegel bei 4 Zentimetern unter Normalnull liegen, bevor er um Mitternacht zwischen Sonntag und Montag auf bis zu 87 Zentimeter darunter fallen könnte. Wie sehr die Vorhersage zutrifft, wird sich Anfang der Woche zeigen.
Der Westwind treibt das Wasser aus dem Fördehafen. Für Freitagabend sagt die Wetterstation in Meierwik Böen mit bis zu 30 Knoten voraus – am Samstagmorgen sollen es bis zu 35 Knoten werden. Auf der Windwarnskala des Deutschen Wetterdienstes bedeutet das Stufe 7 und 8 („Steifer Wind“ beziehungsweise „Stürmischer Wind“). Am Sonntag um 4 Uhr geht die Windskala mit 48 Knoten, also knapp 90 Kilometern pro Stunde, in den roten Bereich.
Auswirkungen auf Schiffe und das Hafenbild
Gefährlich für die Schiffe im Hafen wird das Niedrigwasser meist erst ab 80 Zentimetern unter Normalnull. Schiffe mit tieferem Tiefgang wie Kielyachten könnten bei Niedrigwasser im Schlick aufsetzen. Festmacher werden extrem stramm gezogen, wenn sie steil nach oben zum Kai führen.
Die Ansicht der Hafenspitze ändert sich gewaltig: Bei rund einem halben Meter unter dem mittleren Wasserstand wird die komplette Plattform an der Hafenspitze freigelegt, auch den Schlick an der Kaikante können Passanten dann sehen. Viele Boote und Schiffe liegen tiefer als gewöhnlich, aber noch lange nicht auf Grund.
Für das Wochenende stellen sich die Halligen Langeneß und Oland auf ein Hochwasser von rund zwei Metern über Normalnull ein. Vorbereitungen laufen und der Fähr- sowie Lorenverkehr wird angepasst.
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