Tote Kegelrobben auf Rügen: Meeresschutzorganisation setzt Belohnung aus
Nach dem wiederholten Fund toter Kegelrobben auf Rügen schaltet sich die Organisation Sea Shepherd in die Aufklärung ein. Für Hinweise zur Ergreifung der Täter wird eine Belohnung ausgelobt.
Ermittlungen und Belohnung für Hinweise
Die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelte bereits in der Sache. Zwei Fischer müssen sich wegen einer Reuse im Bereich des Thiessower Hakens erneut vor dem Amtsgericht in Bergen verantworten, da sie Einspruch gegen eine verhängte Geldstrafe eingelegt hatten. Da die Tötungsserie dennoch weiterging, hat Sea Shepherd eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Aufklärung beitragen oder zu konkreten Ermittlungsergebnissen führen. Gesucht wird nach Beobachtungen von Fanggeräten, Fischereifahrzeugen oder sonstigen auffälligen Vorgängen.Eine Sprecherin der Organisation sagte: „Was auf See stattfindet, ist oft schwer zu beweisen“, und fügte hinzu: „Wir brauchen handfeste Belege“. Vor einigen Wochen patrouillierten die Meeresschützer mit ihrem Schiff „Triton“ vor der Küste und beobachteten Fischer. Aus dem Umweltministerium hieß es dazu, dass zivilgesellschaftliches Engagement Aufmerksamkeit schaffen und Missstände dokumentieren, jedoch keine staatlichen Kontrollbehörden ersetzen könne.
Obduktionsergebnisse und Schutzstatus
Kegelrobben sind in Deutschland und Europa nach dem Bundesnaturschutzgesetz, der EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) sowie dem internationalen Artenschutz streng geschützt. Obduktionen des Meeresmuseums in Stralsund ergaben, dass einige Tiere an natürlichen Ursachen wie Krankheiten starben. Bei mehreren Wildtieren gab es jedoch laut einer Stellungnahme „mögliche menschliche Einwirkungen“. Im Sommer wurden an den Stränden von Sellin und Gager Robbenkadaver ohne Kopf angespült. Diese wiesen klare Schnittkanten auf, die nicht von einer Schiffsschraube stammten.Sea Shepherd befürchtet, dass die Täter weiterhin aktiv sind. In einem über soziale Netzwerke verbreiteten Video heißt es: „Den Robbenmördern von Rügen geht’s jetzt richtig an den Kragen“, und: „Helft mit, dass es gelingt, die Täter aus dem Spiel zu nehmen.“