Erstes Landunter der Saison auf Langeneß und Oland erwartet
Für das Wochenende stellen sich die Halligen Langeneß und Oland auf ein Hochwasser von rund zwei Metern über Normalnull ein. Vorbereitungen laufen und der Fähr- sowie Lorenverkehr wird angepasst.
Gummistiefel an, Tee aufsetzen – auf den Halligen gehört ein bisschen Wasser eben dazu.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Auf den Halligen Langeneß und Oland laufen die Vorbereitungen auf das erste große Landunter der Saison, da für die Nacht zum Sonntag ein Wasserstand von etwa zwei Metern über Normalnull erwartet wird. Gemeindearbeiter sichern Hab und Gut, während auch die An- und Abreise von Gästen neu organisiert werden muss. Die örtliche Bürgermeisterin erläutert die anstehenden Maßnahmen. Noch ist auf Langeneß und Oland alles trocken. Doch das dürfte sich am Wochenende ändern, da für die Nacht zum Sonntag ein Hochwasser von 8,30 Metern am Bezugspegel angekündigt ist. Das entspricht nach Angaben von Bürgermeisterin Heidi Petersen etwa zwei Metern über Normalnull. Für Langeneß bedeutet das Landunter. „Bereits ab einem Meter über Normalnull läuft die Hallig voll“, erklärt Petersen im Gespräch mit der Redaktion. Anders als die höher gelegene Hallig Hooge besitzt Langeneß keinen Sommerdeich, der das Wasser zurückhalten könnte. Wie die shz meldet, laufen die Vorbereitungen bereits. Gemeindearbeiter sichern Bänke und Schilder, während Fahrzeuge rechtzeitig auf die Warften gebracht werden müssen. Auf Oland kommt eine besondere Herausforderung hinzu: Dort müssen die Loren aus den Schienen gehoben und mit vereinten Kräften auf die Warften geschoben werden. Eine körperlich anstrengende Arbeit.
Einschränkungen im Fähr- und Lorenverkehr
Doch ein Landunter bedeutet weit mehr, als Hab und Gut vor den Fluten in Sicherheit zu bringen. Auch die An- und Abreise der Gäste muss organisiert werden. Da die W.D.R. Reederei ihren Fährbetrieb am Sonntag und Montag einstellt, gibt es am Samstag um 19.45 Uhr noch eine letzte Sonderfahrt ab Langeneß. Sie ist insbesondere für Gäste gedacht, die mit dem Auto abreisen. Auch auf Oland müssen Urlauber umplanen. Der Lorenverkehr wird bereits am Samstag eingestellt. Wer die Hallig verlassen oder erreichen möchte, muss entsprechend früher reisen. „An so einem Landunter hängt logistisch ziemlich viel dran“, resümiert Petersen.
Ungewisse Dauer und Nacharbeiten
Wie lange das Wasser auf den Halligen stehen wird, lässt sich noch nicht genau vorhersagen. Petersen rechnet damit, dass die Auswirkungen bis Dienstag zu spüren sein werden. Und selbst wenn das Wasser wieder abgelaufen ist, kehrt nicht sofort Normalität ein. Vor der ersten Lorenfahrt müssen die Schienen auf dem Damm kontrolliert werden. Treibgut und angeschwemmter Unrat können die Strecke blockieren. Deshalb sollte diese erste Fahrt möglichst nicht allein unternommen werden. Auch auf den Halligen selbst sind anschließend viele helfende Hände gefragt. Petersen selbst wird das Naturschauspiel diesmal nicht auf Langeneß erleben. „Wir fahren am Samstag noch mit unserer Lore nach Dagebüll und bleiben dann dort, da ich am Dienstag wichtige Sitzungen habe.“ Eine sichere Abreise erst am Dienstag wäre angesichts der ungewissen Wasserstände und der notwendigen Aufräumarbeiten kaum planbar. Trotz aller Vorbereitungen bleibt die Bürgermeisterin bemerkenswert gelassen. Schließlich gehört das Leben mit den Naturgewalten zum Alltag der Halligbewohner. „Auch das macht das Halligleben aus. Die Gezeiten und das Wetter geben bei uns den Takt vor.“ Es ist zudem das erste richtige Landunter dieser Saison. Die sonst möglichen Sommerfluten im August oder September sind in diesem Jahr zumindest ausgeblieben.
Hinweise für Urlauber
Und noch etwas möchte Petersen den Gästen mit auf den Weg geben. Viele Urlauber wünschen sich, einmal ein Landunter mitzuerleben. Doch was aus sicherer Entfernung faszinierend aussieht, bringt auch erhebliche Einschränkungen mit sich. „Viele Gäste wollen ja immer mal ein Landunter erleben. Aber sie sollten sich bewusst sein, dass sie die Warft während eines Landunters auf keinen Fall verlassen können.“ Darauf müsse man sich einstellen. Zumal niemand mit Sicherheit sagen könne, wie hoch das Wasser am Ende tatsächlich steigt. Für die Halligbewohner ist das alles nichts Neues. Sie wissen, dass nicht der Kalender bestimmt, wann sie die Hallig verlassen können. Sondern die Nordsee.
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