Glasfaserausbau im Kreis Schleswig-Flensburg verläuft in zwei Geschwindigkeiten
Während in den Regionen Angeln und Schlei-Ostsee der Glasfaserausbau weitestgehend abgeschlossen ist, müssen Hunderte Haushalte im Amt Süderbrarup voraussichtlich bis 2027 auf schnelles Netz warten.
Süderbrarup braucht bis 2027? Da schnackt ja die Brieftaube flinker als das Netz lädt.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Der Glasfaserausbau im Kreis Schleswig-Flensburg verläuft mit deutlichen Unterschieden. Während in der Region Angeln und rund um die Schlei die Arbeiten weit vorangeschritten sind, hinkt das Amt Süderbrarup hinterher. Dort müssen sich rund 620 Adressen im Außenbereich wegen bürokratischer Vorgaben und langwieriger Ausschreibungsverfahren voraussichtlich bis ins Jahr 2027 gedulden. Auf der Zielgeraden befinden sich die Breitbandzweckverbände in Angeln und Schlei-Ostsee, wo der Ausbau bereits ab 2016 begann. Im Bereich des Breitbandzweckverbands Angeln, dem sich 30 Gemeinden der Ämter Hürup, Langballig und Geltinger Bucht angeschlossen haben, sind inzwischen 87 Prozent der Haushalte tatsächlich am Netz. „Wir haben diesen Monat die Planungen abgeschlossen, 100 Prozent im Gebiet sind nun beplant“, zieht Carolin Ranft vom Breitbandzweckverband Angeln Bilanz. Wer hier noch fehlt, sind meist Neubauten oder Zauderer.
Unterschiedlicher Stand an der Schlei und in Süderbrarup
Eine ähnliche Lage zeigt sich beim Breitbandzweckverband Schlei-Ostsee mit 23 Mitgliedskommunen entlang der Schlei, darunter Kappeln, Grödersby und Oersberg. Hier liegt die Erschließungsquote in der Straße bei 100 Prozent, während 60 Prozent der Haushalte angeschlossen sind. Mit Ausnahme Kappelns – wo wegen bestehender Leitungen keine Fördergelder beantragt werden konnten – hat der Verband für 34 Millionen Euro beinahe „jede Milchkanne“ angebunden, wie Verbandsvorsteher Dirk Harder betont. Auch wenn die letzten 5 Prozent der entlegenen Höfe fast so teuer waren wie die restlichen 95 Prozent. Wie die shz berichtet, stellt sich die Lage im Amt Süderbrarup ganz anders dar.Ganz anders sieht es im Amt Süderbrarup aus: Zwar nutzen aus dem ersten Ausbauprojekt bereits 1777 Haushalte das Netz des Pächters Vodafone, doch für unversorgte Adressen steckt das geförderte Großprojekt „Gigabit 2.0“ noch mitten im Ausbaumarathon. Rund 620 Adressen im Außenbereich warten dort weiterhin auf schnelles Netz. Der ursprünglich für das zweite Quartal 2024 angesetzte Zeitplan zieht sich durch europaweite Ausschreibungen für Planer und Tiefbauer voraussichtlich bis ins Jahr 2027 hin.Zusätzlich erschweren harte Ausschlusskriterien das Projekt: Der Ortskern von Süderbrarup sowie Teile von Norderbrarup bleiben von der Förderung komplett unberührt, weil dort bereits Kupferkabel liegen – worunter auch Neubauten in diesen Bereichen leiden. Während im Nordosten durch eine frühzeitige kommunale Kraftanstrengung die meisten Bestandshäuser zumindest mit einer Trasse in der Straße ausgestattet werden konnten, kämpft man in Süderbrarup weiter mit den Mühlen der Bürokratie.
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