Parkgebühren in St. Peter-Ording: Gemeinde wertet neues Parkkonzept aus
Seit Ostern zahlen Autofahrer in St. Peter-Ording an ehemals freien Stellplätzen Parkgebühren. Nun analysiert die Gemeinde die Daten von 53 Automaten, um erste Anpassungen vorzubereiten.
Das Thema Parkgebühren bewegt die St. Peteraner und ihre Gäste stark. Bis zu drei Euro pro Stunde werden mittlerweile fällig, unter anderem auf dem Marktplatz im Dorf, bei der Strandklinik oder in Nebenstraßen im Bad und in Ording. Wie die shz berichtet, gibt es jedoch auch Entlastungen wie die Brötchentaste, Tagestarife, Anwohnerparken oder den Jahresparkschein.
Für die Kommunalpolitik ist das Thema mit der Aufstellung der Automaten nicht abgeschlossen. Am 26. Oktober ist eine gemeinsame nichtöffentliche Arbeitssitzung von Verkehrs-, Tourismus-, Finanz- sowie Liegenschaftsausschuss geplant, um Erkenntnisse aus den Automaten-Daten und Erfahrungen der Verkehrsüberwachung zu besprechen. Der Verkehrsausschuss soll dann im November einen Empfehlungsbeschluss fassen, damit mögliche Maßnahmen spätestens zu Ostern 2027 umgesetzt werden können, so Bürgermeister Boris Pfau auf Nachfrage.
Debatte über Auswertung durch Experten
In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung hatte die Fraktion Die Grünen/Susanne Pfau einen Antrag eingebracht, einen Experten mit der Evaluation zu betrauen. Fraktionsmitglied Lennart Kallsen begründete dies: „Das Parkraumentwicklungskonzept hat Riesenwellen in der Bevölkerung geschlagen. Wir stehen voll und ganz hinter dem Konzept, denn die Parkeinnahmen stehen der Gemeinde in Gänze zur Verfügung. Umso wichtiger ist es dabei, wie wir es steuern und damit dem Bürger gerecht werden.“ Die Grünen sind der Ansicht, „dass wir eine externe Begleitung brauchen, die uns dabei hilft, zu entscheiden: Wo ist Parkdruck und wo nicht? Dazu brauchen wir eine externe Evaluation.“Fraktionsvorsitzender Hagen Goetz bemerkte dazu: „Die Evaluation könnte dazu führen, dass wir auch mal das Richtige machen“, und warnte vor einem weiteren Shitstorm. „Das muss ja kein Professor sein.“
Ablehnung externer Gutachter
Bürgermeister Boris Pfau sah dies anders: „Ich glaube, ein Experte kann keine besseren Vorschläge machen als wir hier am Ort, die Bürger und die Kommunalpolitik.“ Verkehrs-Ausschussvorsitzender Joachim Korupp ergänzte, dass eine Expertensuche zu viel Zeit koste: „Das würde ja nicht vor Sommer nächsten Jahres sein.“Auch Harry Bresemann (CDU) sprach sich gegen einen Gutachter aus: „Es geht ja nicht nur um die Parkautomaten, sondern auch darum, wo geparkt werden darf, um die Parkplätze im Außenbereich, Fahrradstellplätze und -reparaturmöglichkeiten sowie Radwegbeleuchtung. Aber dafür brauchen wir keinen Gutachter, dafür brauchen wir uns und unsere Kontakte zu Bürgern und Gästen.“ Eine Evaluation sei jedoch nötig, „damit wir im nächsten Jahr eine sinnvolle Anpassung vornehmen“.