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Herbstdeichschau an der Wurster Küste: Küstenschutz sichert Deich für die Flutsaison

Bei der Herbstdeichschau an der Wurster Küste wurden Mängel wie Mäuselöcher und Entwässerungsprobleme festgestellt. Dennoch sichern die Behörden die Wehrhaftigkeit des Deiches zu, während zeitgleich neue Schutzwege gebaut werden.

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Ein paar Mäuselöcher halten uns Norddeutsche noch lange nicht vom Schlafen ab. — Rocky, Chefkolumnist
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Bei der Herbstdeichschau auf dem 28 Kilometer langen Hauptdeich des Deichverbandes Land Wursten sind verschiedene Mängel wie Mäuselöcher, Disteln und Entwässerungsprobleme festgestellt worden. Dennoch hat die zuständige Untere Deichbehörde des Landkreises Cuxhaven den Deich für schaufrei erklärt, womit das Bauwerk als ausreichend gerüstet für die anstehende Sturmflutsaison gilt. Zusätzlich laufen an der Küste derzeit Arbeiten an einem neuen Treibselräumweg sowie Vorbereitungen für wissenschaftliche Forschungsprojekte.

Die Zuständigkeit des Deichverbandes Land Wursten erstreckt sich auf rund 28 Kilometer Deichlinie vom Cuxhavener Ortsteil Arensch/Berensch im Norden bis zur Stadtgrenze Bremerhaven im Süden. Bei der abschließenden Schaukritik am Dienstag wies Thomas Lilkendey von der Unteren Deichbehörde beim Landkreis Cuxhaven auf Probleme bei der Entwässerung des Deichfußes hin. Ursache ist ein Grenzgraben am südlichen Ende des Verbandsgebiets, der geräumt und instand gesetzt werden muss. Dieser fällt laut Landkreis in die Zuständigkeit der Stadt Bremerhaven, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.

Mängelbehebung und Einsatz des Ehrenamts

Die übrigen Mängel muss der Deichverband selbst beheben. „Das tun wir auch“, bekräftigte Verbandsvorsitzender Oberdeichgräfe Günter Veldmann vor rund 60 Verbandsmitgliedern, Behördenmitarbeitern, Unterstützern und Gästen. So wurden in diesem Jahr bereits Mäuse und Unkräuter wie Disteln professionell bekämpft, da Nager und tief wurzelnde Pflanzen die Grasnarbe und die Stabilität des Deiches gefährden können. „Wir tun unser Möglichstes, gegen Nager und Unkraut anzuarbeiten, damit der Deich gut über den Winter kommt“, versicherte Veldmann. Auch Trittspuren am viel genutzten Vogelbeobachtungsturm südlich des Dorum-Neufelder Kutterhafens müssen mit Erde aufgefüllt und neu eingesät werden.

Aus Sicht von Marcus Rudolph von der Unteren Deichbehörde des Landkreises hat der Deichverband diese Aufgabe bereits zufriedenstellend gelöst. „Das Ehrenamt hat gute Arbeit geleistet“, sagte er und erklärte den Deich für schaufrei. Damit entspricht das Bauwerk den gesetzlichen Anforderungen und ist für die Wintersaison vollständig wehrhaft.

Arbeiten am Treibselräumweg

Im Außendeichbereich von Cappel-Neufeld wird derzeit auf einer Länge von gut einem Kilometer ein Treibselräumweg gebaut. Diese für Mitte Oktober ungewöhnliche Baustelle begründet Veldmann damit, dass der Hauptdeich nicht betroffen sei. Davor befinde sich ein zusätzliches riesiges Kleipaket. Nach wetterbedingten Verzögerungen rechnet Veldmann damit, dass die rund 2 Millionen Euro teure Maßnahme in den nächsten vier Wochen abgeschlossen werden kann.

Solche Wege gehen auf die Sturmflut von 1962 zurück und dienen dazu, angespültes Strandgut rechtzeitig vom Deich zu holen. Viele Küstenurlauber und Ausflügler halten sie fälschlicherweise für Touristenradwege. „Das stimmt nicht“, stellt Veldmann klar. „Der Treibselräumweg gehört zur Grundausstattung eines Deiches.“ Radfahrer dürfen ihn dennoch nutzen. Im kommenden Jahr soll in Spieka-Neufeld ein weiterer, 500 Meter langer Treibselräumweg entstehen, um die letzte Lücke zu schließen.

Forschung für den Küstenschutz

Oberdeichgräfe Günter Veldmann blickt zudem in die Zukunft und sucht seit Jahren den Kontakt zur Wissenschaft. „Ich habe den Eindruck, dass Deich- und Küstenschutz immer mehr im Fokus der Wissenschaft steht“, sagt er. Ein Beispiel ist das Reallabor Wremen als Teil des wissenschaftlichen Dachprojekts METAscales mit Beteiligung der TU Braunschweig und der Universität Hamburg, das zur deutschlandweiten Forschungsmission mareXtreme gehört. Auch über Konzepte wie „nachwachsende Deiche“ könnte künftig gemeinsam mit der TU Braunschweig geforscht werden, sofern entsprechende Forschungsmittel bewilligt werden.

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