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AWI erforscht Arktis mit Tauchroboter auf mehrjähriger Drift-Expedition

Das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut beteiligt sich an der Mission der französischen »Tara Polar Station«, die jahrelang durch das Nordpolarmeer treibt.

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Dunkelheit, Kälte und sonntags Sauna – klingt wie ein ganz normaler Nordsee-Winter. — Rocky, Chefkolumnist
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Das kleine, Ufo-ähnliche Forschungsschiff „Tara Polar Station“ hat eine langjährige Driftexpedition durch das Nordpolarmeer begonnen. Zusammen mit internationalen Partnern beteiligt sich das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) an der Mission im arktischen Meereis. Mithilfe des Tauchroboters „Ann“ untersuchen die Wissenschaftler dort kontinuierlich das Eis und das Ökosystem.
Bei dieser außergewöhnlichen Arktis-Expedition wird der Tauchroboter „Ann“ alle zwei Wochen unter die große Scholle hinabgelassen, in der das französische Forschungsschiff eingefroren ist. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, will das Schiff in den kommenden 20 Jahren zehn Mal mit dem Meereis durch das Nordpolarmeer driften. Das AWI ist einer der großen Partner der Mission. AWI-Atmosphärenforscherin Dr. Julia Regnery gehört zum zwölfköpfigen Überwinterungsteam, das im Sommer 2026 aufgebrochen ist.

Transpolardrift durch das Nordpolarmeer

AWI-Meereisforscher Dr. Marcel Nicolaus erklärt das Ziel der Route: „Wir hoffen, dass die Tara Polar Station die Transpolardrift erreicht und in der Framstraße herauskommt.“ Die Framstraße befindet sich zwischen Grönland und Spitzbergen. Die Drift ist komplett von der Natur abhängig, die Wahrscheinlichkeit, über oder in der Nähe des Nordpols zu treiben, gilt jedoch als hoch. Anders als die „Polarstern“ verfügt die „Tara Polar Station“ über einen Moonpool, eine Öffnung im Schiffsrumpf, über die das Gerät ins Wasser abgelassen wird. Es kann filmen, fotografieren, Wasserdaten sammeln und das Eis in einem Radius von etwa 250 Metern vermessen.
Weitere Forschungsarbeiten finden direkt auf dem Eis statt, wo eine Ballonhalle, ein Wettermast und autonome Meereisbojen platziert wurden. Die beteiligten sechs Wissenschaftler haben insgesamt 220 Messungen vorgesehen, wobei ihr Arbeitsprogramm alle 14 Tage rotiert. Nicolaus, der Einsätze von „Ann“ mitten in der Nacht von Bremerhaven aus verfolgen muss, betont die Bedeutung der Forschungsarbeit: „Ich bin überzeugt, dass sich die Arktis in den nächsten 20 Jahren deutlich verändern wir“. Schon heute wandelt sie sich durch die Klimaerwärmung schneller als andere Regionen des Planeten.

Klimawandel und Tagesablauf an Bord

Das Geschehen in der Arktis beeinflusst entscheidend das Wetter in Europa, wobei Extremwetter-Phänomene mit den Veränderungen im Norden zusammenhängen. Das schmelzende Eis schafft zudem Begehrlichkeiten wegen neuer Schifffahrtsrouten und des Zugriffs auf Bodenschätze. Durch Spannungen zwischen den Großmächten rückt auch die strategische Bedeutung der Region in den Blickpunkt. Im Frühjahr 2027 geht Nicolaus selbst an Bord des Schiffs. „Wir wollen die Prozesse besser verstehen“, sagt der Meereisforscher. „Wir wollen unsere Klimamodelle weiter verbessern.“
An Bord herrscht für das Überwinterungsteam ein fester Tagesrhythmus. Nach dem Frühstück um 7.30 Uhr folgt ein Putzdienst, danach die erste Arbeitsrunde bis mittags. Von 14 bis 18 Uhr läuft die zweite Arbeitsphase, gefolgt von Nacharbeiten, einer Besprechung um 19 Uhr, dem Abendessen und dem Feierabend gegen 20.30 Uhr. Sonntags hat das Team frei und nutzt die Sauna. Die Drift-Expedition lässt sich im Internet auf dem Meereisportal verfolgen.

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