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Neues DLR-Forschungsschiff „Modularis“ erreicht Bremerhaven

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt erprobt mit der „Modularis“ künftig neue Schiffstechnologien und klimafreundliche Antriebe. Nach der Überführung aus Flensburg wird der Neubau nun in Bremerhaven ausgerüstet.

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Ein Schiff, das sich selbst erforscht. Praktisch, da wird der Besatzung nie langweilig. — Rocky, Chefkolumnist
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Das neue Forschungsschiff „Modularis“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist nach seiner Überführung von Flensburg in Bremerhaven eingetroffen. Auf der dortigen Lloyd Werft erfolgen in den kommenden Monaten der weitere Ausbau und die Ausrüstung der schwimmenden Forschungsplattform. Nach Angaben des DLR belaufen sich die Kosten für das Basisschiff auf 36 Millionen Euro, die komplett der Bund zahlt.
Am Freitag war der Schleppzug mit den Schleppern „Wulf 4“ und „Wulf 5“ in Flensburg bei der Werft FSG Shipyard gestartet. Nach der Passage des Nord-Ostsee-Kanals machte er bei schlechtem Wetter übers Wochenende in Cuxhaven fest. Am Montag ging es von dort nach Bremerhaven. Nachmittags passierte der Schleppzug mit der „Modularis“ in der Mitte die Kaiserschleuse in Richtung Lloyd Werft, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.

Schwimmendes Labor für neue Technologien

Die „Modularis“ ist ein Forschungsschiff besonderer Art, an, auf und mit dem Technologien erprobt werden sollen. „Sie soll als schwimmendes Labor dazu dienen, eine Vielzahl an Forschungsfragen zu untersuchen. Dazu gehören klimaverträgliche Antriebe, das autonome Fahren sowie Projekte zur Sicherheits- und Verteidigungsforschung“, schreibt das DLR. Die Systeme können einzeln und in Kombination flexibel und unter realen Bedingungen erprobt werden.Das Konzept sieht vor, dass Reeder und andere Kunden zum Beispiel einen bestimmten Antrieb mit der „Modularis“ erproben lassen. „Häufig sind es Komponentenhersteller bzw. Konsortien von unterschiedlichen Partnern, die eine Technologie weiterentwickeln und testen bzw. demonstrieren wollen“, erläuterte eine Sprecherin des DLR. „Dabei wird dann nicht nur eine einzelne Technologie, sondern ihre komplette Einbindung in das Schiff untersucht.“Bremerhaven kennt Forschungsschiffe insbesondere des AWI und des BSH wie „Polarstern“, „Heincke“ und „Atair“, von denen aus im weitesten Sinne die Umwelt erforscht wird. Gegenstand der Forschung der „Modularis“ wird hingegen gewissermaßen das Schiff selbst sein. Dieses Konzept, „ein sicheres Basisschiff modular mit dem Testbetrieb von neuen Technologien zu kombinieren, ist mit diesem Funktionsumfang weltweit einmalig“, urteilt das DLR. Die Fahrten sollen vor allem in Nord- und Ostsee stattfinden; dank Eisklasse 1A kann die „Modularis“ auch die nördliche Ostsee befahren. Ferner sind Abstecher ins Mittelmeer möglich.

Ausrüstung und technische Details

Am 16. Februar 2026 war in Flensburg die erste Stahlplatte zugeschnitten und damit der Bau offiziell gestartet worden. Am 20. Mai fand die Kiellegung statt und am 17. September der Stapellauf. Die FSG Shipyard gehört wie die Lloyd Werft zur Rönner-Gruppe. In der Lloyd Werft folgen nun weiterer Ausbau und Ausrüstung. „Dazu gehören unter anderem zusätzliche Antriebssysteme für die Forschung, Sensorik, Kommunikations- und Navigationssysteme, Komponenten für die Automatisierung sowie ein Batteriesystem. Damit wird aus dem bislang noch weitgehend leeren Schiff Schritt für Schritt eine Forschungsplattform für den Einsatz auf See“, so das DLR anlässlich des Stapellaufes.Das Schiff misst 48 Meter mal elfeinhalb Meter bei einem Tiefgang von 3,20 Metern und einer BRZ von 1052. Die Plattform ist unter anderem dafür ausgelegt, mit Wasserstoff, Ammoniak, LNG und Methanol zu laufen. Auch eine Erweiterung um kleinere Segelsysteme sei denkbar. Zugleich dienen Dieselmotoren dazu, stets die „sichere Rückkehr in den Hafen“ zu ermöglichen. Auch diese Motoren könnten aber mit nicht-fossilem Biodiesel fahren. Es handele sich um ein Hybrid-System, das auch über Batterien rein elektrisch und emissionsfrei betrieben werden könne. Das Maschinen-Basissystem könne wiederum zum Forschen dienen, „beispielsweise an optimierten Power Management Strategien, den realen Emissionen unterschiedlicher, auch nicht-fossiler, Dieselkraftstoffe und der Zustandsüberwachung des Systems“.

Betrieb und Zeitplan

Der Schiffsname „Modularis“ ist ein Kunstwort und verbindet „modular“ mit dem lateinischen Ausdruck „maris“, was „des Meeres“ bedeutet. Die Taufe ist für Sommer 2027, die Inbetriebnahme für Oktober 2027 geplant. Heimathafen der „Modularis“ wird Kiel.Hauptsitz des DLR ist Köln. Federführend nutzen und betreiben wird die „Modularis“ das DLR-Institut für Maritime Technologien und Antriebssysteme mit Sitz in Geesthacht in Schleswig-Holstein und einer Außenstelle in Kiel. In Bremerhaven arbeitet unterdessen das DLR-Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen. Auch dieses wird von der „Modularis“ Gebrauch machen, wie die Sprecherin erklärte. Die Bremerhavener werden sie demnach „in erster Linie als Plattform für ferngesteuerte bis autonome Unterwasser- sowie Wasseroberflächenfahrzeuge und für Sensorik und Überwachungssysteme nutzen“.

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