Übergangsfristen für Nordseeklinik: Notfallversorgung auf Inseln bleibt vorerst bestehen
Die Nordseeklinik auf Helgoland behält ihren Versorgungsauftrag über den Jahreswechsel hinaus. Während Übergangsfristen gelten, ist die künftige Finanzierung der chirurgischen Notfallversorgung noch ungeklärt.
Die Nordseeklinik auf Helgoland behält ihren bisherigen Versorgungsauftrag auch über den ersten Januar zweitausendsiebenundzwanzig hinaus. Für die Insel-Krankenhäuser auf Helgoland und auf Föhr gelten entsprechende Übergangsfristen, sodass zum Jahreswechsel trotz der greifenden Krankenhausreform in Schleswig-Holstein zunächst keine Umbauten erfolgen. Dies erklärte Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken von der Christlich Demokratischen Union im Sozialausschuss des Kieler Landtags. Offen bleibt nach Angaben des Landes hingegen die Frage, wie die chirurgische Notfallversorgung auf den Inseln und Halligen künftig organisiert und finanziert werden soll; dieser Punkt wird derzeit noch geprüft. Dabei geht es um die finanziellen Mittel: Den sogenannten Sicherstellungszuschlag, mit dem die aufwendige Versorgung auf der Hochseeinsel bislang gestützt wird, kann das Land einem sektorenübergreifenden Versorger nicht auszahlen. Ursache hierfür ist, dass die allgemeine Chirurgie im Bundesrecht nicht zum stationären Leistungsumfang solcher Einrichtungen zählt. Schleswig-Holstein unterstützt daher eine Initiative, diesen Leistungsumfang erneut zu überdenken, wie das Fachportal kma Online berichtet. Vor dem ersten Januar erwartet die Ministerin eine Änderung der bundesweiten Regeln allerdings nicht.
Strukturwandel und Bescheide zum Jahresende
Zur Situation der Nordseeklinik selbst führte von der Decken aus, dass die Insolvenz des Hauses nicht durch die Krankenhausreform verursacht worden sei. Ambulante und stationäre Strukturen auf der Insel müssten zusammengeführt werden, da es hierzu keine andere Möglichkeit gebe. Vom Ministerium wurden Gespräche mit den Kliniken auf Helgoland sowie auf Föhr angekündigt. Nachdem die Anhörungsfrist für die Stellungnahmen der Krankenhäuser Ende Oktober abgelaufen ist, sollen die Bescheide den Klinikleitungen zwischen dem achtundzwanzigsten und dem dreißigsten Dezember zugehen. Die Veröffentlichung der Zuordnungen zu den Leistungsgruppen ist für den ersten Januar vorgesehen.
Kritik an den Plänen und Bedeutung für die Insel
Deutliche Kritik an den Entwicklungen äußerte der frühere Gesundheitsminister Heiner Garg von der Freien Demokratischen Partei. Er betonte, dass Lösungen auch dann tragen müssten, wenn ein Sturm die Verlegung eines Patienten auf das Festland verzögere oder gänzlich verhindere. Aus diesem Grund brauche es spezifische Antworten für Föhr, Amrum und Helgoland. Die Initiative des Landes im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz stufte Garg als richtig ein und verlangte, die Bedürfnisse der Inseln an dieser Stelle nachdrücklich vorzutragen.Für die Helgoländer Bevölkerung besitzen diese Weichenstellungen eine weitreichende Bedeutung. Da die Nordseeklinik das einzige Krankenhaus der Insel darstellt, versorgt die Einrichtung neben rund eintausendfünfhundert Einwohnern auch die Gäste. Bei einem Unfall vor Ort ist ein einfacher Transport in eine Nachbarklinik ausgeschlossen. Die Ministerin hob hervor, dass man die Schreiben von Bürgern, Medizinern und Kommunalpolitikern ernst nehme; das verfolgte Ziel sei eine Notfallversorgung rund um die Uhr.
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