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Insolvenz der Nordseeklinik Helgoland: Vorläufige Eigenverwaltung bewilligt und Neurologie vor dem Aus

Das Amtsgericht Pinneberg hat dem Antrag der Nordseeklinik auf vorläufige Eigenverwaltung stattgegeben. Während der laufende Betrieb gesichert bleibt, steht die Neurologiestation vor dem Ende.

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Das Insolvenzverfahren der Nordseeklinik auf Helgoland hat eine neue Stufe erreicht. Das Amtsgericht Pinneberg hat dem Antrag des Krankenhauses stattgegeben und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Während der laufende Betrieb auf der Insel zunächst uneingeschränkt weitergeführt wird, steht die Schließung der Neurologie bevor.

Durch die gerichtliche Entscheidung bleibt die Geschäftsführung im Amt und steuert die Sanierung unter Aufsicht selbst. Als vorläufigen Sachwalter zur Überwachung des Verfahrens hat das Gericht Rechtsanwalt Malte Köster bestellt. Unterstützt wird die Geschäftsführung zudem von Sanierungsberater Frank Kreuznacht als Generalbevollmächtigtem, während Jurist Ingo Pflugmacher das Haus weiterhin in krankenhausrechtlichen Fragen begleitet. Die Gehälter der rund vierzig Beschäftigten sind über eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes vorerst abgesichert. Die Belegschaft wurde durch das Sanierungsteam bereits über den aktuellen Stand in Kenntnis gesetzt. Die Stabilisierung des Krankenhausbetriebes habe oberste Priorität, sagt Kreuznacht.

Neurologie muss weichen

Für Patientinnen und Patienten bedeutet das Verfahren jedoch einen gravierenden Einschnitt: Das Haus muss sich von seiner Neurologie trennen. Das berichtet die Nordsee-Zeitung. Der betroffene Fachbereich verfügte über langjährige Erfahrung bei der Behandlung von Parkinson-Patienten und wurde auch von Personen vom Festland genutzt. Als künftiges Ziel strebt die Klinikleitung ausdrücklich nur noch zwei Fachgebiete an: die innere Medizin sowie die Chirurgie. Beide Abteilungen sollen wirtschaftlich stabil ausgerichtet werden, um die Einrichtung langfristig als sektorenübergreifende Versorgungsstruktur zu erhalten. Wann die Neurologie geschlossen wird und welche konkreten Folgen dies für aktuelle Patienten hat, ist öffentlich noch nicht im Detail bekannt.

Bedeutung für die Insel

Die Bedeutung der Einrichtung für Helgoland wird durch die Rahmenbedingungen deutlich: Bei vierundzwanzig Betten und rund vierzig Beschäftigten übernimmt das Haus die Versorgung von etwa eintausendfünfhundert Inselbewohnern sowie rund dreihunderttausend jährlichen Gästen. Aufgrund der Entfernung zum Festland und wetterbedingter Erreichbarkeitsprobleme kommt der Nordseeklinik eine Sonderstellung zu. Helgolands Bürgermeister wird in der Nordsee-Zeitung mit einem klaren Satz zitiert: Unser Krankenhaus muss erhalten bleiben.

Seitens des Landes Schleswig-Holstein war zuvor gedämpft worden, dass eine eigene Landesverordnung die Versorgung allein absichern könne. Das Kieler Gesundheitsministerium strebt stattdessen gemeinsame Beratungen mit Krankenkassen, Gemeinde, Rettungsdienst sowie Klinikleitung an, für die bereits ein erster Gesprächstermin festgelegt wurde. Die Notfallversorgung auf der Insel bleibt nach Auskunft des Rettungsdienstes gesichert, wie die Nordsee-Zeitung und KU Gesundheitsmanagement berichten.

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