Inselfriedhof: Gemeinde soll Defizit bei Betriebskosten ausgleichen
Für den Betrieb des Friedhofs der Kirchengemeinde St. Nicolai auf Helgoland steht ein zusätzlicher Zuschuss von über 25.000 Euro im Raum. Grund für das finanzielle Minus sind unter anderem vermehrt gewählte Seebestattungen.
Wer lieber ins Meer will, hinterlässt an Land eben ein kleines Loch in der Kasse.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die Gemeinde Helgoland soll für den Friedhof der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Nicolai einen zusätzlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 25.722,33 Euro für das Jahr 2024 leisten. Ein entsprechender Antrag des Kirchenkreises Dithmarschen liegt den politischen Gremien vor, wobei die Verwaltung die Zustimmung empfiehlt. Am 11. November befasst sich zunächst der Ausschuss für Familie, Bildung und Soziales mit dem Thema, bevor am Folgetag die Gemeindevertretung eine Entscheidung trifft. Grundlage für die Forderung ist der im Jahr 2019 geschlossene Friedhofsfinanzierungsvertrag zwischen der Gemeinde und der Kirchengemeinde. Der Inselfriedhof fungiert als sogenannter Simultanfriedhof mit Monopolcharakter und steht damit Verstorbenen aller Konfessionen offen. Da auf Helgoland jedoch vermehrt Urnen- sowie Seebestattungen gewählt werden, sinkt die Vergabe größerer Grabstätten und damit auch das Aufkommen an Gebühreneinnahmen. Entstehende Fehlbeträge werden laut Vertrag durch die Gemeinde getragen, wie aus den Unterlagen zu den kommenden Sitzungen der Gemeinde Helgoland hervorgeht.
Finanzielle Lage und operative Abrechnung
Auf den ersten Blick verzeichnete die Gewinn- und Verlustrechnung für den Jahresabschluss 2024 einen Überschuss von 17.428,50 Euro, der sich aus Erträgen in Höhe von 111.985,73 Euro und Aufwendungen von 94.557,23 Euro zusammensetzte. In dieser Rechnung sind allerdings bereits die Abschlagszahlung der Gemeinde von 7.000 Euro sowie Defizitausgleiche für die Jahre 2022 (22.159,10 Euro) und 2023 (23.401,07 Euro) enthalten. Bereinigt um diese Posten ergibt sich für das Jahr 2024 ein operatives Defizit von 35.131,67 Euro.Ausgehend von diesem Fehlbetrag bringt der Kirchenkreis die bereits gezahlte Abschlagszahlung von 7.000 Euro sowie Ausgaben für das öffentliche Grün in Höhe von 2.409,34 Euro in Abzug. Daraus resultiert die geforderte Summe von 25.722,33 Euro, deren Beantragung auf § 2 Absatz 2 des Finanzierungsvertrages basiert. Die Aufwendungen für das öffentliche Grün macht der Kirchenkreis separat gemäß § 2 Absatz 5 geltend.
Themen im Friedhofsbeirat
Der Friedhofsbeirat Helgoland hatte den Jahresabschluss 2024 bereits in seiner Sitzung am 11. März beschlossen und den Beschluss gefasst, die beiden Zuschüsse bei der Kommune abzufordern. In diesem Gremium standen zudem weitere Vorhaben auf der Tagesordnung, darunter die Erweiterung des Seegrabfeldes, die Schaffung einer Erinnerungsstätte für auf See bestattete Personen sowie eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde bei der Entsorgung von Grünabfällen im Oberland.
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