Neubesetzung im Bremenports-Aufsichtsrat sorgt für Unverständnis
Bei der Neubesetzung der Aufsichtsräte überlässt Oberbürgermeister Martin Günthner den Posten bei Bremenports einer Parteigenossin. Die Personalie stößt wegen fehlenden Hafenbezugs auf deutliche Kritik.
Die Neubesetzung der Positionen war notwendig geworden, nachdem der zurückgetretene Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) aus den Gremien ausgeschieden war. Zwischenzeitlich hatte Leiter des Referats für Wirtschaft Ralf Meyer die Aufgaben als Übergangslösung übernommen. Nach der Amtsübernahme durch Oberbürgermeister Martin Günthner (SPD) sollen die Posten nun regulär besetzt werden, berichtet die Nordsee-Zeitung. Der Senat richtet sich dabei nach den Vorschlägen des Magistrats.
Günthner wird jedoch nur zwei der drei Aufsichtsratsposten übernehmen. Er zieht in das Kontrollgremium der BLG ein, in dem er bereits als ehemaliger Hafensenator tätig war. Zudem übernimmt er einen Sitz im Aufsichtsrat der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG). Obwohl er als Senator auch bei Bremenports im Aufsichtsrat saß, kehrt er dorthin nicht zurück. Die Mandate bei der Bremenports-Beteiligungs-GmbH und bei der Bremenports GmbH & Co. KG überlässt er Parteigenossin Mandy Kathe-Heppner.
Kritik an mangelnder Hafenerfahrung
Kathe-Heppner ist als ehrenamtliches Magistratsmitglied für das Gartenbauamt zuständig. Ein Bezug zum Hafen ist nicht zu erkennen. Viele Insider mahnen grundsätzlich eine ausreichende Kompetenz bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten an, damit sich die Personen nachhaltig einbringen können. Auf Nachfrage äußert sich Bremenports nicht zu der Personalie, dem Vernehmen nach soll das Vorgehen dort jedoch eine gewisse Ratlosigkeit ausgelöst haben.Beobachter stufen eine enge fachliche Verzahnung zwischen Hafenbehörden und Stadt als äußerst wichtig ein. Die Bundeswehr will gemeinsam mit dem Land über 1,5 Milliarden Euro investieren, um Anlagen und Verkehrswege im Hafen sowie in der Stadt für eine militärische Nutzung im Krisenfall zu ertüchtigen. Vor diesem Hintergrund herrscht Unverständnis darüber, weshalb Günthner das Mandat nicht selbst wahrnimmt oder es bei dem erfahrenen Leiter des Referats für Wirtschaft belässt.
Deutliche Kritik äußert ehemaliger Bürgermeister Michael Teiser (CDU). „Weiß die Dame überhaupt um die Bremerhavener Hafeninteressen?“, fragt er und fordert die CDU auf, dem Vorgang nicht zuzustimmen.