Vom Schulabbrecher zum Intensivpfleger und Social-Media-Star
Dominik Stark fand erst über Umwege seinen Weg in den Beruf. Heute arbeitet der 35-Jährige auf der Intensivstation in Osnabrück und informiert Tausende Menschen auf Instagram und TikTok über den Pflegealltag.
Der 35-jährige Dominik Stark arbeitet auf der Intensivstation des Klinikums Osnabrück und klärt in den sozialen Medien über den Pflege-Alltag auf. Trotz eines schwierigen schulischen Werdegangs hat er seine Berufung gefunden und betreut heute schwerkranke Menschen. Wie die Tagesschau berichtet, folgen ihm auf Instagram mittlerweile mehr als 50.000 Menschen. "Ich leuchte Ihnen gleich in die Augen", sagt Dominik Stark klar und deutlich zu einem Patienten, der sich in einem fast komatösen Zustand befindet. Mit Stationsleiterin Sonja Schwirz wendet er den Mann anschließend kurz auf die Seite, um den Druck zu verlagern. Dies bedeutet Knochenarbeit für zwei Personen. "Es ist schön zu sehen, was für eine positive Wirkung man haben kann", erklärt Stark. Der 35-Jährige ist auf der Intensivstation des Klinikums Osnabrück für Menschen verantwortlich und betreut schwerkranke Menschen. Seit nunmehr zwölf Jahren ist er als Pflegekraft tätig. Während manche schon im Jugendalter wissen, was sie machen wollen, war das bei ihm nicht der Fall: "Ich hatte die Arbeit als Pfleger gar nicht auf dem Schirm."
Pfleger und Influencer aus Leidenschaft
Seit Juli 2026 arbeitet er in Osnabrück. Neben seinem täglichen Tun klärt er bei Social Media über Missstände wie Personalmangel, aber auch über Alltägliches aus dem Pflege-Alltag auf. Das kommt auch bei Stationsleiterin Sonja Schwirz gut an. "Pflege-Arbeit braucht die Sichtbarkeit und die kriegt man über Social Media", sagt sie. Die Inhalte für Instagram und TikTok produziert Stark nach seinen Schichten. Und allein auf Instagram schauen ihm dabei über 50.000 Menschen zu.
Schwierige Jugend und Neuanfang
Dass es so kommt, war anfangs nicht abzusehen. Dominiks Jugend verläuft mit Schwierigkeiten. Er sei an die falschen Leute geraten und habe die Schule vernachlässigt. "Das ging so weit, dass ich von der Schule geflogen bin", erklärt er. Seine Lehrer waren damals keine Hilfe: "Eine Lehrerin meinte zu mir, ich sei zu dumm, Hartz IV zu bekommen", erinnert er sich. "Aus dir wird nichts", habe er zu hören bekommen. Das habe dazu geführt, dass er die Schule noch weiter abgelehnt hat. Erst nach dem Rauswurf von der Schule hat er sein Leben umgekrempelt.
Über Umwege zum Traumjob
Im Berufskolleg hat er zunächst seinen Haupt- und dann seinen Realschulabschluss nachgeholt. Dann ging es für zwei Jahre ins Ausland. Darauf sollte das Fachabitur folgen, das er aber abgebrochen hat. "Ich wusste zu diesem Zeitpunkt, dass mir die Arbeit in der Pflege liegt." Es folgten eine Ausbildung in Köln und mehrere Fortbildungen. Aus einem, dem die Lehrer wenig zugetraut hätten, ist jemand geworden, der mit seinen Kollegen Leben rettet.
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