Zwei Sturmtiefs ziehen über den Norden: Orkanböen und Sturmfluten erwartet
Auf das Sturmtief „Luise“ folgt am Wochenende direkt das nächste Tief „Manja“. Der Wetterdienst warnt vor Orkanböen, Sturmfluten an der Nordseeküste und zahlreichen Fährausfällen.
Sturmflutgefahr an der Nordsee und Vorsichtsmaßnahmen
In der Weser-Ems-Region sowie im Westen Niedersachsens und in Bremen galt bereits eine amtliche Warnung vor Sturmböen, die zu dutzenden Einsätzen der Leitstellen in Oldenburg und Osnabrück führte. Autos kollidierten mit umgestürzten Bäumen und ein Baum durchschlug die Heckscheibe eines geparkten Fahrzeugs, jedoch wurde niemand verletzt. An der Nordseeküste besteht nach Einschätzung des Sturmflutwarndienstes des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Gefahr von zwei leichten Sturmfluten. Bei Westwind werde das Hochwasser am späten Sonntagabend in Emden, Wilhelmshaven und Bensersiel um bis zu eindreiviertel Meter höher auflaufen als das übliche mittlere Tidehochwasser, wodurch Strände und Hafenflächen überflutet werden können. Wie die Tagesschau berichtet, könnte am Montagmittag eine weitere leichte Sturmflut folgen.Feriengäste auf der Insel Baltrum sind aufgerufen, ihre Autos vorsorglich vom Parkplatz am Fährhafen Neßmersiel hinter den sicheren Deich umzuparken. Die Reederei bietet den Inselgästen hierfür einen Service an, bei dem der Autoschlüssel mit Kennzeichen und Namen per Fähre ans Festland gesendet werden kann, wo die Reederei das Umparken übernimmt. „Fahrzeuge, die nicht rechtzeitig innerorts geparkt werden, müssen kostenpflichtig abgeschleppt werden“, teilte die Fährgesellschaft weiter mit.
Tief „Manja“ bringt Orkanböen
Am Samstagabend beruhigt sich das Wetter im Binnenland vorübergehend, bevor in der Nacht zu Sonntag die Ausläufer des Sturmtiefs „Manja“ Norddeutschland erreichen. Laut Meteorologe Lutz Beckebanze vom Deutschen Wetterdienst werden an der Nordseeküste schwere Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde sowie einzelne orkanartige Böen erwartet. Das Windmaximum wird dort in der Nacht zu Montag prognostiziert, während an der Mecklenburgischen Ostseeküste ebenfalls schwere Sturmböen möglich sind. Ruhig bleibe es am längsten im Norden von Schleswig-Holstein, „da dort voraussichtlich der Kern des Tiefdruckgebiets lang zieht“, sagte Beckebanze.Einschränkungen im Fährverkehr zu den Inseln
Wegen der Sturmtiefs kommt es am Wochenende des Ferienendes in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu Einschränkungen im Reiseverkehr. Die Inselgemeinde Langeoog meldete Änderungen im Fährverkehr, während von und nach Norderney ab Samstag Ausfälle entstehen. Fahrten der kleinen Schnellfähre „Wattsprinter“ nach Wangerooge sind bis einschließlich Montag abgesagt, und auch die Deutsche Bahn kündigte mögliche Fahrplanänderungen für die Insel an. Nach Spiekeroog fallen die Verbindungen am Sonntag komplett aus.Auch der Schiffsverkehr nach Helgoland ist stark betroffen, weshalb der „Halunder Jet“ von Samstag bis Montag nicht fährt. „Wetterabhängig könnte eine Verbindung nach Cuxhaven mit der MS Helgoland (Cassen Eils) bestehen“, teilte der Betreiber FRS Helgoline auf seiner Homepage mit. Laut der Reederei Cassen Eils gibt es am Samstag und Sonntag jeweils eine Fahrt von Cuxhaven nach Helgoland und zurück.