Pflanzen-Asphalt in Wilhelmsburg gescheitert: Hamburg muss Teststrecke erneuern
Ein Pilotprojekt für klimafreundlichen Straßenbau in Hamburg-Wilhelmsburg ist fehlgeschlagen. Der Belag aus Cashew-Schalen ist beschädigt und muss im November ausgetauscht werden.
Nüsse gehören ins Müsli und nich' auf die Straße. Da kracht's ja bloß.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Das Hamburger Pilotprojekt für klimafreundlicheren Straßenbau mit Asphalt aus Cashew-Schalen in Wilhelmsburg ist gescheitert. Der erst im vergangenen Jahr auf einem Teilstück der Georg-Wilhelm-Straße verlegte Belag ist bereits kaputt und erfüllt die Anforderungen nicht. Die Verkehrsbehörde beziffert die Kosten auf rund 50.000 Euro. Wie die Tagesschau meldet, hatte zuerst die "Mopo" über das Scheitern berichtet. Die Schäden werden laut Behörde jetzt fachlich ausgewertet. Der kaputte Test-Asphalt soll im November wieder abgefräst und durch herkömmlichen Asphalt ersetzt werden.
Hintergrund des Tests
Hintergrund des Tests ist, dass Hamburg auch wegen des Volksentscheids mehr für den Klimaschutz tun muss. Herkömmlicher Straßenbau gilt bislang als besonders klimaschädlich. Deshalb testete die Behörde einen Asphalt, bei dem statt des erdölhaltigen Bitumens ein Bio-Klebemittel aus Cashew-Schalen als Bindemittel verwendet wurde. Neben Hamburg experimentierten auch Stuttgart und Frankfurt mit dem Stoff, der laut damaligem Stand noch nicht serienreif und deutlich teurer als herkömmlicher Asphalt war.
Skepsis schon beim Start
Schon beim Start gab es Skepsis. Sabine Sommer vom BUND sagte, grundsätzlich sei das eine gute Sache, Cashews seien aber "nicht wahnsinnig regional" und sehr wasseraufwendig in der Produktion. Johannes Büchner vom Institut für Straßenwesen der TU Braunschweig wies darauf hin, dass aus der Schale erst ein Öl hergestellt werden müsse, und hielt es für wirkungsvoller, Asphalt zu recyceln.
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