Orkantief Manja bremst Ferienverkehr in Nordfriesland aus
Orkantief Manja sorgt am Sonntag für Sturmböen an der Küste. Reisende müssen sich auf Fahrplanausfälle bei Fährverbindungen und Einschränkungen beim Autozug einstellen.
Nach Informationen, über die die shz berichtet, verlief der Samstag, 24. Oktober, laut den Leitstellen von Feuerwehr und Polizei bis zum frühen Abend ohne Sturmvorkommnisse. Dennoch sollten sich die Menschen auf den Sonntag vorbereiten, auch wenn das genaue Ausmaß des Sturmes am Samstagabend noch nicht ganz klar war.
Fahrplanänderungen bei Fähren und Autozügen
Wer am Sonntag mit der Fähre von Dagebüll nach Föhr reisen möchte, sollte eine Viertelstunde früher am Anleger stehen als gewohnt. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) hat ihren Fahrplan wegen des Unwetters umgestellt. Zu den Halligen fährt bis einschließlich Montag, 26. Oktober, gar kein Schiff, da dort Landunter erwartet wird. Bei der Verladung von Fahrzeugen kann es zu Verzögerungen kommen, und die Reederei behält sich weitere Änderungen vor. Personen, die für Montag ein Fahrzeug reserviert haben, werden gebeten, nach Möglichkeit umzubuchen.
Auch am Verladeterminal in Niebüll ist Vorsicht geboten. Sollten die angekündigten Böen der Stärke 10 bis 11 auftreten, bleiben beim DB Sylt Shuttle am Sonntag Campingfahrzeuge, Autos mit Anhänger, Motorräder sowie Lkw mit leeren Anhängern oder Gefahrgut stehen. Der blaue Autozug der RDC hatte am Samstag, 24. Oktober, noch keine Sturmmeldung veröffentlicht, jedoch gelten die Grenzwerte für den gesamten Hindenburgdamm. Der Zeitpunkt ist ungünstig, da in Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern die Herbstferien enden. Wer mit der Marschbahn reist, sollte vor der Abfahrt die Reiseauskunft prüfen; eine Sturmmeldung der Deutschen Bahn für die Strecke lag bis Samstagnachmittag nicht vor.
Hohe Wasserstände und Wetterprognose
Verantwortlich für das Unwetter ist das Tief Manja. Nach Einschätzung der Meteorologen von Wetterwelt frischt der Wind im Laufe der Nacht deutlich auf und wird ab der zweiten Nachthälfte richtig ruppig. „Da wir Südwind haben, wird es für das Festland nicht ganz so heftig werden“, heißt es in ihrer Prognose. An Land wird mit Windstärke 10 gerechnet, in Dagebüll und auf den Inseln mit bis zu 11. Zwischen Eiderstedt und List auf Sylt können Orkanböen auftreten, wobei der Deutsche Wetterdienst kurzzeitig sogar 120 Kilometer pro Stunde für möglich hält.
Mit dem Sturm steigt auch der Wasserstand der Nordsee. Die Flut am Morgen soll rund 20 bis 30 Zentimeter höher auflaufen als üblich, und für den Nachmittag wird mit erhöhten Wasserständen gerechnet. Auch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwartet bis Montag deutlich höhere Pegel.
Lange soll das Sturmtief allerdings nicht anhalten. „Gegen Abend ist das Schlimmste überstanden“, sagen die Wetterexperten. Beim Spaziergang lohnt sich bis dahin ein Blick nach oben, da die Bäume noch voll im Laub stehen. „Durch den Wind könnte so manch morscher Ast herunterkommen“, warnen sie. In der Nacht zu Montag beruhigt sich die Lage, bevor es wieder kräftig, aber ohne Orkan weht.