Modestudierende präsentieren von Helgoländer Trachten inspirierte Kollektionen
Am 18. September zeigen Studierende der Hochschule Hannover ihre Entwürfe an der Landungsbrücke auf Helgoland. Die Mode wird ausschließlich von Bewohnern der Nordseeinsel präsentiert.
Klamotten aus Seilen? Hoffentlich hält das bei steifer Brise auf dem Laufsteg.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Mitte September wird die Insel Helgoland zum Schauplatz einer besonderen Modenschau. Am achtzehnten September präsentieren Modestudierende der Hochschule Hannover an der Landungsbrücke ihre Kollektionen aus dem Projekt Seegang, jeweils um fünfzehn Uhr und um siebzehn Uhr. Das Besondere daran ist, dass die Entwürfe ausschließlich von Helgoländerinnen und Helgoländern vorgeführt werden. Angestoßen hat die Zusammenarbeit Museumsdirektorin Simone Arnhold, die die Hochschule mit der Insel zusammenbrachte und den Kontakt zu den Insulanern vermittelte. Geleitet wird das Projekt von Modeprofessorin Martina Glomb, die bereits früher Trachten aus anderen Regionen als Ausgangspunkt für zeitgenössische Mode nutzte. Im Frühjahr des vergangenen Jahres reisten die Studierenden nach Helgoland, um sich historische Trachten anzusehen und sich mit Mitgliedern des Helgoländer Trachtenvereins auszutauschen. Erhaltene Originaltrachten sind selten; die ältesten Stücke aus den siebzehnhundertachtziger Jahren befinden sich in Hamburg-Altona.
Eigenwillige Entwürfe und historische Motive
Aus diesen Eindrücken sind eigenwillige Entwürfe entstanden. Der vierundzwanzigjährige Linus Koss hat für seine Bachelorarbeit sechs Looks entworfen, die vom roten Wollrock und dem Oberteil der Tracht ausgehen, dem sogenannten Paik. Er ließ Fotos der Langen Anna auf Stoffe drucken und verarbeitet die Erosion der Insel als Motiv, bis hin zu einem Kleidungsstück aus Seilen. Die achtundzwanzigjährige Maryam Sadati greift die Kriegsgeschichte der Insel auf: Ihr Paik in Orange, Blau und Schwarz steht für die Bombardierung, während Grau und Schwarz für Asche stehen. Wie nord24 berichtet, spricht Modeprofessorin Martina Glomb von einer dekonstruierten Tracht. Als Gegenentwurf zur schnelllebigen Wegwerfmode versteht das Projekt die Tracht als langlebige Kleidung, die eine Geschichte erzählt. Zu kaufen sind die Stücke nicht, da es sich um Unikate handelt.
Trachtentradition im Jubiläumsjahr
Die Schau fällt in das Jahr, in dem Helgoland zweihundert Jahre Nordseeheilbad feiert. Für die Beteiligten handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Insel und für Helgoland um eine seltene Gelegenheit, die eigene Trachtentradition in neuem Licht zu sehen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur, unter anderem in der Nordsee-Zeitung und der Süddeutschen Zeitung.
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