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Wie die "Lange Anna" zu ihrem Namen kam

Die "Lange Anna" an der Nordspitze Helgolands, auf Helgoländisch "Nathuurnstak", ist das Wahrzeichen der Insel. Um die Herkunft ihres Namens ranken sich mehrere Geschichten – von einer Kellnerin in einem Aussichtscafé bis zu einer Meeresgöttin. Entstanden ist die rund 25.000 Tonnen schwere Felsnadel am 16. Mai 1860; seit 1969 steht sie als Naturdenkmal unter Schutz.

Eine Kellnerin namens Anna?

Die bekannteste Theorie erzählt von einem Aussichtscafé an der Nordspitze in der Nähe der Felsnadel, in dem eine schlanke und große Kellnerin namens Anna gearbeitet haben soll. Verabschiedete sich ein Seemann abends mit den Worten "Ich geh nochmal zur langen Anna", ging er entweder zur Nordspitze, um nach Schiffen zu schauen, oder er erfreute sich an einer Hopfenkaltschale mit Aussicht auf die Kellnerin. Ob dort wirklich eine Anna arbeitete, ist nicht belegt.

Belegt sind hingegen Gebäude an der Nordspitze: Ein Bild aus der Kaiserzeit – der Flagge nach ab 1890 – zeigt das "Café Hohenzollern" am Nordcap, eine Aufnahme von 1910 lässt vermuten, dass dort mindestens seit 1910 die Erfrischungshalle "Zum H…" stand.

Die Meeresgöttin

Eine andere Theorie bringt den Namen mit der Legende der Göttin Anna in Verbindung, einer mächtigen Meeresgöttin, die in den Tiefen der Nordsee lebte und sich in eine Frau verwandeln konnte, um Helgoland zu besuchen. Die "Lange Anna" soll ihr Abbild sein – mit etwas Phantasie erkennt man in ihren Umrissen eine Frau mit langem Rock. Wie die Sage von Ligur und Walgune bleibt es eine schöne Geschichte.

Vom Brandungstor zur Felsnadel

Entstanden ist die 25.000 Tonnen schwere "Lange Anna" am 16.05.1860: Das Brandungstor, das eine natürliche Brücke zur Insel bildete, stürzte ein – und die Felsnadel war "geboren". In den Jahren danach trug sie verschiedene Namen. Auf alten Postkarten wird sie als "Nordcap" oder "Nordspitze" bezeichnet, im Reiseführer "Helgoland – Eine Reise-Skizze" (Woerl's Reisehandbücher, 2. Auflage, Leipzig 1901) als "Schildwache". Durchgesetzt hat sich schließlich "Lange Anna".

Seit 1969 ist die "Lange Anna" ein geschütztes Naturdenkmal und reiht sich damit etwa neben die Externsteine im Teutoburger Wald oder den "Alten Schweden" in Hamburg ein. Die Felsnadel besteht aus rotem Buntsandstein, ist 47 Meter hoch und hat eine Grundfläche von rund 180 Quadratmetern; den Status als Naturdenkmal erhielt sie 1969 durch die "Verordnung zur Sicherung von Naturdenkmalen im Kreise Pinneberg" (Quelle: Wikipedia, "Lange Anna").

Quellen:

  • Woerl's Reisehandbücher: "Helgoland – Eine Reise-Skizze", 2. Auflage, Leipzig 1901
  • Wikipedia: "Lange Anna"
  • Iip Lun, Ausgabe 16/2025

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