KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →
Wear gungs'e hen, Halunder? Die Sprache Helgolands
Wer auf Helgoland genau hinhört, vernimmt einen Klang, der weder Dänisch noch Plattdeutsch ist und doch nach beidem klingt: das Halunder. Es ist keine Mundart, sondern eine eigenständige friesische Sprache - und heute stark bedroht.
Eine eigene friesische Sprache
Das Halunder ist eine von sieben eigenständigen friesischen Sprachen; seine nächsten Verwandten sind das Fering auf Föhr, das Öömrang auf Amrum und das Sölring auf Sylt. Weder Deutsch noch Englisch oder Dänisch helfen hier weiter, wie ein Beispielsatz zeigt: "Dollung ben ik langs Klef gingen. Deät wart al harrowsti." - auf Hochdeutsch: "Heute bin ich entlang der Klippe gegangen. Das war schon herbstlich." Bis etwa 1890 war das Halunder die Umgangssprache der Insel: viel gesprochen, aber selten geschrieben, und von Familie zu Familie mitunter unterschiedlich in Aussprache und Wortwahl.
Vom Verschwinden bedroht
Ab 1890 verdrängte das Hochdeutsche das Halunder zusehends, auch wenn es in Familie, Fischerei und Börte als "Memmenspreek" - Muttersprache - weiterlebte. Heute gibt es nur noch etwa 100 bis 150 Muttersprachler, und ihre Zahl sinkt. Einen gewissen Schutz brachte das 2004 vom schleswig-holsteinischen Landtag verabschiedete Friesisch-Gesetz: Seither ist das Halunder auf Helgoland zweite offizielle, auch vor Gericht zugelassene Amtssprache, und Gebäude wie das Roathüs (Rathaus) dürfen zweisprachig beschildert werden.
Quellen:
- Friesisch-Gesetz (FriesischG), Schleswig-Holstein, 2004
- Iip Lun, Ausgabe 42/2024