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St. Nicolai und St. Michael - die Kirchen Helgolands

Zwei Kirchen prägen das religiöse Leben Helgolands: die evangelisch-lutherische St. Nicolai mit ihrer jahrhundertealten, teils sagenumwobenen Geschichte und die deutlich jüngere römisch-katholische St. Michael.

St. Nicolai - Wurzeln im Dunkel der Geschichte

Alte Berichte deuten darauf hin, dass bereits um 602 eine erste Kirche errichtet und bald wieder zerstört wurde - ein frühes Zeugnis der Missionsversuche. Ob 866 Hajo Dynasta Amlandicus eine Kirche in ein Kloster umwandelte oder um 1030 gar zwei Klöster und neun Kirchspiele bestanden, gehört eher ins Reich der Sage. Gesichert ist, dass 1609 eine Kirche in der Mitte des Oberlands errichtet, 1683 abgetragen und 1685/86 an heutiger Stelle neu aufgebaut wurde. 1844 erhielt Helgoland seine erste Orgel. Kirche und Orgel fielen am 18. April 1945 dem Bombardement zum Opfer; bei der Freigabe 1952 waren nur noch wenige Stücke wie ein bronzenes Taufbecken und der Abendmahlskelch zu retten.

St. Michael - eine junge Gemeinde

Katholiken gab es auf Helgoland lange nicht: Seit Christian III. 1542 die lutherische Konfession in den Herzogtümern verbindlich machte, war die Insel evangelisch. Erst mit Fremdenverkehr und Marine kamen Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Katholiken. Nach mehreren provisorischen Kapellen - eine im 1935 gekauften "Hamburger Hof" - und der Zerstörung 1945 half man sich nach dem Krieg gegenseitig: Ab 1959 fanden katholische Gottesdienste in St. Nicolai statt. Der Bau der Pfarrkirche St. Michael begann 1970, die Weihe erfolgte am 27. Juni 1971. Seit 1995 gehört sie zum Erzbistum Hamburg.

Quellen:

  • Iip Lun, Ausgaben 45/2024 und 46/2024

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