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Brautbett tragen und Flaggen hissen - Helgoländer Hochzeitsbräuche
Zwei Traditionen gehörten auf Helgoland fest zur Hochzeit: das feierliche "Brautbett-Tragen" und das "Flaggen-Hissen". Ersteres wird heute kaum noch praktiziert - erzählenswert ist es dennoch.
Das Brautbett-Tragen
Am Donnerstag vor der Hochzeit lud die Braut ihre Freundinnen ein, um die "Brautkiste" vorzubereiten - die trotz ihres Namens keine Kiste war, sondern Ober- und Unterbett, sechs Kissen und das Betttuch umfasste. Alles wurde, begleitet von allerlei Scherzen, in weiße Laken eingeschlagen und als einzelne Bündel getragen. In feierlichem Zug ging es vom Brauthaus zur künftigen Wohnung: voran die Trägerin des Unterbettes, meist die Schwester des Bräutigams, gefolgt von der Schwester der Braut mit dem Oberbett, dann sechs Mädchen mit den Kissen und zwei weitere mit dem Betttuch im Korb. Den Abschluss bildete die Braut mit den Müttern, Großmüttern und den geladenen Frauen.
Ein Bett und ein Blickverbot
Auf dem Weg durfte sich die Braut auf keinen Fall umdrehen und zurückblicken - das hätte nichts Gutes bedeutet. In der neuen Wohnung angekommen, wurde das Bett bezogen, wobei man unter viel Gekicher alte Verse und Sprüche aufsagte, die Glück bringen sollten. Anschließend kamen Verwandte und Bekannte hinzu. Die zweite Tradition, das Flaggen-Hissen, wird bis heute gepflegt: Zur Hochzeit werden die Flaggen gehisst und machen das Fest weithin auf der Insel sichtbar.
Quellen:
- Iip Lun, Ausgabe 48/2024