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Unsere Botschafter - die Helgoländer Börteboote
Über Jahrhunderte waren die Börteboote die Lebensader Helgolands - und bis heute gelten die robusten Holzboote als Botschafter der Insel. Ihre Bauweise und ihre Seetüchtigkeit sind ebenso besonders wie ihre Geschichte.
Unentbehrlich seit 1826
Als es den Südhafen und das Nord-Ost-Land noch nicht gab, mussten ankommende Schiffe wegen der Gezeiten und der oft rauen See auf Reede liegen. Die Börteboote versorgten die Insel mit Post und Waren und übernahmen mit Beginn des Seebäderdienstes 1826 den Personenverkehr. Der heutige Bootstyp wird seit 1950/52 gebaut. Das Besondere ist die für Holzboote ungewöhnliche Bauweise: Die oberen Plankengänge sind in Klinker-, das Unterwasserschiff in Kraweelbauweise gefertigt. Aus Eichenholz gebaut, wiegen die Boote fast acht Tonnen bei bis zu zehn Metern Länge; innenliegende Dieselmotoren mit bis zu 180 PS sorgen dafür, dass sie auch mit 50 Gästen an Bord sicher durch hohe Wellen manövrieren.
Vom Alltag zur Tradition
Die Börteboote sind voll hochseetauglich und können auch bei über drei Meter Welle sicher gefahren werden - man wird nur ein wenig nass. Die heute noch eingesetzten Boote genießen Bestandsschutz; ein Neubau zur Personenbeförderung würde nicht mehr zugelassen. Von 1952 bis Oktober 2019 wurden mehr als 30 Millionen Gäste ein- und ausgebootet. Dann kam Corona, und seither steuern die Seebäderschiffe direkt den Hafen an. Das letzte auf Reede ausgebootete Schiff war die "Maud" am 15. Juni 2022. Als lebendige Tradition wird das Ausbooten durch die Helgoländer Dampferbörte aber weiter gepflegt.
Quellen:
- Iip Lun, Ausgabe 27/2024