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Schwimmen um, zwischen und nach Helgoland
Dass Helgoland eine Schwimmtradition hat, hört man immer wieder - mal soll jemand zur Düne hinübergeschwommen sein, mal die ganze Insel umrundet haben. Ein Blick ins Zeitungsarchiv fördert erstaunliche Leistungen zutage, von einer fast vergessenen Rekordschwimmerin bis zum ersten Menschen, der vom Festland herüberschwamm.
Frühe Umrundungen
Die älteste Spur findet sich in der Wiener Zeitung "Die Presse" vom 21. Juli 1881: Ein Herr Gnewkow soll die Insel in angeblich 2:01 Stunden umrundet haben. 1927 berichtete die "Danziger Volksstimme" von der Langstreckenschwimmerin Edith Jensen, die Helgoland samt dem neuen Südhafen in 3:47 Stunden umschwamm; ihr Trainer Otto Kemmerich, mit dem sie an der Landungsbrücke gestartet war, musste abbrechen und schaffte die Umrundung erst ein Jahr später in 4:20 Stunden.
Herausragend aber bleibt Anna "Anni" Weynell: 1927 umschwamm sie die Insel in nur 4:08 Stunden. Ein Jahr später stellte sie in der Schwimmhalle Breslau mit 25 Stunden einen Weltrekord im Dauerschwimmen auf und durchschwamm den Rhein von St. Goar bis Köln in 18:30 Stunden.
Dünenschwimmen und ein Ausnahmesportler
Viele erinnern sich an das "Dünenschwimmen" von der Hauptinsel zur Düne, eine Tradition aus den 1920er-Jahren, die bis 2002 regelmäßig stattfand. Heute ist sie nicht mehr umsetzbar - der Aufwand für die Absperrung der Reede, die Absicherung der Strecke und die gestiegene Strömung spricht dagegen. 2021 gelang dann Außergewöhnliches: Am 21. August schwamm Andre Wiersig als erster Mensch überhaupt vom Festland nach Helgoland. Um 00:02 Uhr begann er in St. Peter-Ording und betrat nach 18 Stunden und 14 Minuten sowie 53,2 Kilometern auf der Düne wieder Land. Zum 200-jährigen Jubiläum des Nordseeheilbades war für den 6. Juni 2026 eine erneute Umrundung geplant - mit Start an der Landungsbrücke, ganz wie bei Anni Weynell 1927.
Ein wichtiger Hinweis der Redaktion gilt bis heute: Weder das Dünenschwimmen noch eigenmächtige Umrundungsversuche sind erlaubt. Das Felswatt liegt nur wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche und ist gefährlich.
Quellen:
- "Die Presse", Wien (21.07.1881)
- "Danziger Volksstimme" (13.06.1927)
- "Salzburger Chronik" (23.06.1927)
- Iip Lun, Ausgabe 07/2026