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Können Helgoländer nicht zählen? Die Sache mit den Hausnummern
Wer durch die Gassen Helgolands geht, staunt über die Hausnummern: vierstellige Zahlen, scheinbar wild verteilt, und kein System will so recht aufgehen. Dahinter steckt aber eine klare, uralte Logik.
Jede Nummer nur einmal
Auf dem Festland wird meist nach dem "Pariser System" (eine Straßenseite gerade, die andere ungerade) oder dem "Berliner System" (fortlaufend die eine Seite hinauf und die andere zurück) nummeriert. Auf Helgoland geht weder das eine noch das andere auf. Die Besonderheit: Jede Hausnummer gibt es, unabhängig von der Straße, nur ein einziges Mal. Im Unterland beginnt die Zählung bei Nummer 1 am Zollamt und läuft im Zickzack bis zur 248 am Nord-Ost-Hafen. Im Oberland reicht sie von 299 bis 763, ehe es erst bei 1000 weitergeht.
Das Konskriptionsnummernprinzip
Grund ist das sogenannte Konskriptionsnummernprinzip - ein sperriger Name für eine einfache Handhabung: Alle Häuser wurden schlicht der Reihe nach durchnummeriert, ganz ohne Rücksicht auf das Baujahr. Nach dem Bau des Südhafengeländes begann man wieder bei 1000, im Nord-Ost-Land endete man bei 1460 - der Jugendherberge, die damit die höchste Hausnummer trägt. Helgoland ist so eine der ganz wenigen deutschen Gemeinden mit vierstelligen Hausnummern. Weil beim Wiederaufbau nicht alle Grundstücke neu bebaut oder manche zusammengelegt wurden, fehlen einzelne Nummern wie die 184 oder 280. Und die Düne? Sie trägt die Hausnummer 1500.
Quellen:
- Iip Lun, Ausgabe 05/2024