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Helgoland und die Post bis zum Zweiten Weltkrieg
Ob dänisch, britisch oder deutsch - das Postwesen Helgolands spiegelt die wechselvolle Zugehörigkeit der Insel wie kaum ein anderes. Über mehr als ein Jahrhundert wanderte das Postamt von Amtsträger zu Amtsträger und von Gebäude zu Gebäude.
Von Fischern zu festen Postagenten
Bis 1771 brachten Händler und Fischer die Post der damals dänischen Insel zum Festland. Dann sorgte der erste Postagent Peter Völkers, ein Beauftragter des Hamburgischen Postamtes, für eine regelmäßige Verbindung zwischen Großbritannien, Helgoland und Deutschland. 1796 eröffnete unter dem Landvogt Samuel Nicolai Haase die erste Hamburgische Postagentur in der Poststraße im Oberland; 1805 kam mit Paul Volkers ein zweiter Agent hinzu. Bemerkenswert: Obwohl Helgoland mal zu Hamburg, mal zu Dänemark und Großbritannien gehörte, unterstand das Postwesen bis 1866 dem Hamburger Postamt und damit deutschen Beamten.
Britische und deutsche Posthoheit
Am 1. Januar 1867 wurde das britische Postamt eingeweiht; ab April 1867 schickte Hamburg neue Briefmarken der Preußischen Staatsdruckerei. Weil die gesamte Post umständlich vom Unterland ins Oberland und zurück zu den Schiffen getragen werden musste, eröffnete Gouverneur Sir Henry Berkeley Fitzhardinge Maxse 1873 ein zweites Postamt im Unterland; Dr. Robert Pilger wurde Postmeister, Detlef Hornsmann Postsekretär. 1879 zog man erneut um.
Mit der Übergabe der Insel an das Deutsche Reich vollzog sich der Wechsel auf die Minute genau: Am 10. August 1890 um Mitternacht wurde aus dem britischen Postmeister Hornsmann der erste deutsche Postmeister und aus dem Königlich Britischen das erste Kaiserliche Deutsche Postamt. 1895 zog dieses in einen repräsentativen Prunkbau in der Kaiserstraße und blieb dort bis zur Evakuierung der Insel im Zweiten Weltkrieg.
Quellen:
- Iip Lun, Ausgabe 36/2025