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Fryske Rie, Fräiske Räid, Frasche Rädj - der Interfriesische Rat
Die Friesen leben verstreut entlang der niederländischen und deutschen Nordseeküste - und Helgoland gehört dazu. Ein gemeinsames Gremium hält die drei Frieslande seit fast einem Jahrhundert zusammen: der Interfriesische Rat.
Vom Friesenrat zum Interfriesischen Rat
Schon vor der Gründung des Friesenrates 1930 in Husum gab es einen regen Austausch; 1925 fand in Jever der erste Friesenkongress statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sich der Rat 1956 als Teil der Bewegung zur europäischen Einigung neu, und 1999 wurde aus dem "Friesenrat" der "Interfriesische Rat e.V.". Er vertritt gesamtfriesische Interessen, Kultur und Identität, sitzt im Friesengremium des schleswig-holsteinischen Landtages und ist in der niederländischen Abteilung des Europäischen Büros für Sprachminderheiten vertreten.
Die drei Frieslande
Der Rat besteht aus je neun Vertretern der drei Frieslande - der Sektionen Nord, Ost und West. Das Westfriesland ist die niederländische Provinz Fryslan, wo neben Niederländisch auch Westfriesisch offizielle Sprache ist; rund 450.000 Menschen sprechen dort Friesisch, etwa 360.000 als Muttersprache. Das Ostfriesland in Niedersachsen umfasst die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund, die Stadt Emden sowie mehrere Inseln; die ostfriesische Sprache ist nahezu ausgestorben, lediglich das Saterfriesisch wird im Saterland noch von etwa 20.000 Menschen gesprochen und ist als Minderheitensprache geschützt.
Das dritte Friesland ist die Region Nordfriesland - die Inseln und Halligen, der Küstenstreifen zwischen Eider und deutsch-dänischer Grenze und eben auch Helgoland. Eine Besonderheit ist der deutliche Unterschied zwischen Festland- und Inselnordfriesisch, da beide in verschiedenen Jahrhunderten geprägt wurden. Lange gab es keine einheitliche Selbstbezeichnung für die Sprache - auf Helgoland und Sylt etwa "Friisk", andernorts "Frasch" oder "Fresk".
Quellen:
- Iip Lun, Ausgabe 09/2025