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Ein Hochhaus unter Naturschutz - der Lummenfelsen

Mit rund 1,1 Hektar ist der Lummenfelsen das kleinste Naturschutzgebiet Schleswig-Holsteins - und zugleich eines der Gebiete mit der höchsten Brutvogeldichte der Bundesrepublik. Seine fast 50 Meter hohe Steilwand gleicht einem lauten, dicht bewohnten Hochhaus.

Fünf Bewohner auf engem Raum

Wer oben an der Felskante steht, wundert sich, wo die 11.000 Quadratmeter herkommen sollen. Vom Meer aus wird es klar: Zum Schutzgebiet gehört die etwa 220 Meter breite Steilwand, die fast etagenartig bewohnt wird. Fünf Arten teilen sich den Fels - Trottellummen, Basstölpel, Dreizehenmöwen, Eissturmvögel und Tordalks. Der vom Verein Jordsand betreute Bereich steht seit dem 8. Mai 1964 unter Naturschutz und ist nach der Trottellumme benannt, die hier schon seit dem 9. und 10. Jahrhundert brütet - alte Küchenabfälle mit Lummenknochen belegen es. Heute brüten über 4.000 Paare von März bis Ende Mai.

Von Basstölpel bis Tordalk

Der Basstölpel, mit rund 1.200 Paaren der größte und wohl lauteste Hochseevogel der Nordhalbkugel, brütet erst seit 1991 dauerhaft auf Helgoland und ist damit der jüngste Bewohner. Die Dreizehenmöwe - benannt nach ihren nur drei Zehen - ist mit knapp 4.000 Paaren der zweithäufigste Brutvogel; einst durch Bejagung vertrieben, kehrte sie 1938 zurück und legt als einzige Art am Fels mehr als ein Ei. Der Eissturmvogel brütet seit 1973 hier, ist aber wegen der Meeresverschmutzung von über 100 auf 20 bis 30 Paare zurückgegangen; seine Jungvögel wehren Feinde mit einem stinkenden Sekret ab. Der Tordalk schließlich brütet seit dem 19. Jahrhundert nur in kleiner Zahl am Fels.

Quellen:

  • Verein Jordsand
  • Verordnung über das Naturschutzgebiet Lummenfelsen der Insel Helgoland (08.05.1964)
  • Iip Lun, Ausgabe 38/2025

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