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Ein Hatschi, das die Welt veränderte - die Quantenmechanik auf Helgoland
Computer, Laser, Solarzellen, das Internet - all das gründet auf einer Idee, die einem heuschnupfengeplagten jungen Physiker vor genau 100 Jahren auf Helgoland kam. Die Insel wurde zur Geburtsstätte der Quantenmechanik.
Ein Fluchtort gegen den Pollenflug
In den 1920er-Jahren wurden Physiker verehrt wie heutige Popstars, und Namen wie Albert Einstein, Erwin Schrödinger, Lise Meitner, Wolfgang Pauli und Max Planck hallen bis heute nach. Ihr Fundament aber legte der spätere Nobelpreisträger Werner Heisenberg. Im Frühjahr 1925 arbeitete der erst 23-Jährige als Assistent an der Universität Göttingen, als ihm der Pollenflug schwer zusetzte. Sein Gesicht war vom Heufieber derart angeschwollen, dass ihn sein Chef, der Physiker Max Born, von seinen Pflichten befreite und zur Erholung nach Helgoland schickte.
Die Eingebung in der Nacht
Am 8. Juni 1925 traf Heisenberg auf der Insel ein. Hier lernte er nach eigenen Worten Goethes "West-östlichen Divan" auswendig und brütete zugleich über den Problemen des Bohrschen Atommodells, das in der Welt der Atome versagte. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juni kam ihm die wegweisende Eingebung: nicht mehr mit anschaulichen Bahnen zu rechnen, sondern allein mit messbaren Größen wie Wellenlänge, Frequenz und Energie, angeordnet in einem Matrizenschema.
Diese "Matrizenmechanik" wurde zur Grundlage der Quantenmechanik, mit der sich die Eigenschaften der Atome endlich berechnen und verstehen ließen - eine Frage, an der sich zuvor Physiker von Max Planck über Albert Einstein bis Niels Bohr die Zähne ausgebissen hatten. Ohne diesen Durchbruch auf einem kleinen Felsen in der Nordsee gäbe es weder Computer noch Laser, Solarzellen oder Internet.
Quellen:
- Iip Lun, Ausgabe 13/2025