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Der letzte Mord - und von der Dummheit der Diebe

Ihre Lage mitten in der Nordsee macht die Insel nicht nur zum Ruheparadies, sondern auch zu einem denkbar schlechten Ort für Verbrecher: Die Fluchtmöglichkeiten sind stark begrenzt. Der letzte aktenkundige Mord auf Helgoland liegt denn auch mehr als 300 Jahre zurück.

Ein Streit im Jahr 1719

Am 8. April 1719 kam es laut dem im Staatsarchiv Kiel verwahrten Gerichtsprotokoll zu einem Streit zwischen Emcke Jaspers und Maricke Peters. Worum es ging, ist nicht überliefert - wohl aber das Ende: Maricke Peters soll den Disput mit einem Stich in den Hals beendet haben, als Tatwaffe wird eine dreizackige Forke genannt. Auch ihre Mutter Antje Peters wurde verhaftet. Am 9. Oktober 1719 fiel das Urteil: Maricke Peters wurde "mit dem Schwerdt vom Leben zum Tod" bestraft, ihre Mutter nach 24 Wochen Haft freigesprochen. Seither gilt das Leben auf der Insel als harmonisch - man kennt sich und passt aufeinander auf.

Wenig kluge Kriminelle

Und wenn doch einmal "richtige" Kriminelle kommen, sind es selten die hellsten Köpfe. Im September 2004 etwa waren Juwelendiebe auf Beutetour: Bei einem Helgoländer Juwelier entwendeten sie Schmuck im Wert von über 98.000 Euro, während einer die Verkäuferin ablenkte und der andere die Ware in Smarties-Dosen verschwinden ließ. Doch die Verkäuferin bemerkte den Raub, alarmierte die Polizei und gab eine Täterbeschreibung ab. Wer auf einer Insel mit derart begrenzten Fluchtwegen einen Coup plant, kommt eben selten weit.

Quellen:

  • Staatsarchiv Kiel - Helgoländer Gerichtsprotokoll 1718-1719 (Band CXX 5, Nr. 114)
  • Iip Lun, Ausgabe 29/2025

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