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De Tiinerbuuder - die Hummerbuden von Helgoland
Schon bei der Ankunft im Hafen fällt das wohl bunteste Wahrzeichen der Insel ins Auge: die Hummerbuden, auf Helgoländisch "Tiinerbuuder". So farbenfroh waren sie aber nicht immer - ursprünglich hatten sie einen ganz nüchternen Zweck.
Vom Arbeitsschuppen zum Wahrzeichen
Schon vor dem Krieg gab es Hummerbuden, doch waren es schlichte, im Unterland verstreute Holzschuppen, die den Fischern als Werkstatt und Lager für Netze und Hummerkörbe dienten. Ihr heutiges Gesicht erhielten sie beim Wiederaufbau: Beim Wettbewerb von 1952 setzte sich der Bebauungsplan von Georg Wellhausen durch, die an Skandinavien erinnernde bunte Farbgestaltung stammt von Johannes Ufer. Unter Leitung von Helmut Bunje begann ab 1954 der Bau der kleinen zweigeschossigen Holzhäuser.
Buden mit System
Ihre Größe richtete sich nach dem wirtschaftlichsten Maß für Holzbalken, denn alles musste vom Festland herangeschafft werden. Trotz der engen Reihung grenzen unterschiedliche Farbanstriche die Buden voneinander ab; ihre Rückwand stützt zugleich den dahinterliegenden Geröllberg aus der Zeit des "Big Bang", dessen Schutt zu teuer gewesen wäre, um ihn abzutransportieren.
Bis in die 1990er-Jahre nutzten Fischer und Handwerker die Buden als Werkstatt und Lager, sogar die Feuerwehr hatte hier ihre Wache. Heute haben sich die einst schlichten Schuppen zu einer Flaniermeile mit Geschäften, Cafes, Ateliers und Restaurants entwickelt. Alle Buden sind durchnummeriert - von Nummer 1 bis Nummer 39 -, stehen unter Denkmalschutz und dürfen nicht als Wohnung oder Ferienunterkunft genutzt werden.
Quellen:
- Iip Lun, Ausgabe 30/2025