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De Beers - von der Börse zum Konversationshaus

Dass auf Helgoland einst eine Börse stand, in der mit Waren gehandelt wurde, würde heute niemand vermuten. Aus eben diesem Gebäude entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts das gesellschaftliche Zentrum des jungen Seebades.

Die Börse der Schmugglerzeit

Während der Kontinentalsperre und des Schleichhandels versammelten sich die auf Helgoland anwesenden Kaufleute und Schmuggler in einem gemeindeeigenen Gebäude am heutigen Siemensplatz, um ihre Geschäfte abzuschließen; hier tagten auch die Ratsleute. Nach der Gründung des Seebades überließ man der Seebadeanstalt mehrere Räume für die erwarteten Badegäste. Das Gebäude trug bald den Namen "De Beers" - die Börse. 1860 wurde es um einen hölzernen Anbau bis zur damaligen Queen Street erweitert.

Table d'Hote und Reunion

Aus der Börse wurde über die Jahre ein Konversationshaus, in dem den Kurgästen kleine Menüs (Table d'Hote) und Bälle (Reunion) geboten wurden. Nach der Übergabe der Insel an das Deutsche Reich entschied man sich für einen Neubau am Südstrand, an der Stelle des Reimers'schen Strandpavillons. Der Bau kostete 250.000 Mark - eine gewaltige Summe, bedenkt man, dass ein Hamburger Hafenarbeiter damals umgerechnet nur rund 61 Euro im Monat verdiente. Den Auftrag erhielt der Hamburger Architekt F. H. Schmidt, der zugleich das neue Badehaus errichtete.

Der Neubau bestand aus einem steinernen Gebäude mit einer Glas-Veranda, den "Glashallen" ganz im wilhelminischen Stil. Erste Pächter waren von 1893 bis 1902 die Gebrüder Reimers. Lange stritt man darüber, ob im Haus warme Küche serviert werden dürfe und ob es nur den kurtaxezahlenden Gästen offenstehe - der Streit wurde erst 1902 beigelegt. Ende der 1930er-Jahre wurde das Kurhaus abgerissen; sein Nachfolgebau fiel wie die gesamte Insel dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

Quellen:

  • Iip Lun, Ausgabe 31/2025

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