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36 Seemeilen für einen Treffer - Fußball auf Helgoland

Auf Helgoland gibt es einen ganz normalen Fußballplatz mit Flutlicht und zwei Toren - und doch ist er der wohl entlegenste und windigste der Bundesrepublik. Wer hier antreten will, muss erst 36 Seemeilen offene Nordsee überwinden.

Ein Verein mit langer Geschichte

Einer der ältesten Vereine der Insel ist der Verein für Leibesübungen Fosite Helgoland von 1893 e.V., kurz VfL Fosite. Der Mehrspartenverein betreibt im Nord-Ost-Land, nahe der Jugendherberge, einen Fußballplatz mit denselben Massen wie auf dem Festland: 90 Meter lang, 60 Meter breit, mit Spielfeldbeleuchtung und zwei Toren. Als Mitglied des Deutschen Fußball-Bundes könnte der VfL Fosite theoretisch am regulären Spielbetrieb teilnehmen.

Warum es bei Freundschaftsspielen bleibt

Doch die 36 Seemeilen zum Festland sind kaum zu überwinden: Weil die Schiffe schon am späten Nachmittag zurückfahren, kämen Übernachtungen und weite Reisen hinzu, und wie den meisten Amateurvereinen fehlt das Geld. Deshalb trägt der Verein nur noch Freundschaftsspiele zu Hause aus - bis zu zehn im Jahr. Weil es zunehmend schwer wird, eine Mannschaft aufzustellen, wird gemischt gespielt, sodass auch Frauen im Team stehen. Für den Nachwuchs gibt es zwei Jugendgruppen, die freitags trainieren.

Hartnäckig hält sich der Mythos, der VfL Fosite sei wegen des ständigen Windes unbesiegbar - dabei betonen die Insulaner, dass es allein um den Spaß am Spiel geht. Große Namen wie Bayern München oder Werder Bremen waren noch nicht zu Gast; immerhin spielte 2010 die Altherrenmannschaft von Borussia Mönchengladbach auf der Insel. Und 1970, zehn Jahre vor dem Umbau des Ascheplatzes zum Kunstrasen, kam mit Uwe Seeler und dem Hamburger Sport-Verein sogar der "größte HSVer aller Zeiten".

Quellen:

  • Iip Lun, Ausgabe 11/2025

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