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1000 Arten und kein Ende - die Pflanzenwelt Helgolands
Über 1.000 Landpflanzenarten wachsen heute auf dem kleinen Felsen in der Nordsee - und das, obwohl 1947 fast alles vernichtet schien. Die Geschichte der Helgoländer Flora ist so wechselvoll wie die der Insel selbst.
Von 65 Arten zur Vielfalt
Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieb der Botaniker Friedrich Hoffmann die ersten 65 Arten, beschränkte sich dabei aber offenbar auf die größeren, oberirdisch sichtbaren Pflanzen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts untersuchte Prof. Dr. Paul Kuckuck, Botaniker an der Biologischen Anstalt, in seinem Versuchsgarten die Landflora und versuchte, Pflanzen fremder Klimaregionen an die Insel zu gewöhnen; rund 300 Arten waren nun bekannt.
Ein Baum überlebt
Dann kamen die Weltkriege. Nach der Freigabe 1952 fanden Botaniker eine Insel vor, auf der die Bombardierung und der "Big Bang" vom 18. April 1947 alle größeren Pflanzen vernichtet hatten. Alle? Nein - ein Maulbeerbaum im Pfarrgarten zeigte grüne Austriebe. Der älteste Hinweis auf einen solchen Baum stammt von Heinrich von Kleist, der 1810 im Berliner Abendblatt notierte, im Hof des Predigerhauses befinde sich "der einzige Baum [...] ein Maulbeerbaum". Ob es derselbe ist, ist nicht geklärt - schön wäre es.
Die Botaniker fanden 1952 zwar keine großen Pflanzen, aber hunderte Samen. Sie bildeten, neben der Einschleppung durch Vögel und Menschen, den Grundstock der heutigen Vielfalt. Zu den Besonderheiten zählt der bis zu 120 Zentimeter hohe Helgoländer Klippenkohl, der in Deutschland nur hier vorkommt und als Stammform unserer Kohlarten gilt. Und die Entdeckungen reißen nicht ab: 2003 fand man das Übersehene Knabenkraut, 2017 den Bienen-Ragwurz - beides geschützte Orchideen mit jeweils weniger als 30 Exemplaren auf der Insel.
Quellen:
- Iip Lun, Ausgabe 23/2025