Konstituierende Sitzung in Schiffdorf: Debatten um Mandate und Stellvertreter
Bei der ersten Sitzung des neuen Schiffdorfer Gemeinderates prägten Debatten über Neuauszählungen und Postenvergaben das Treffen. Nach fast vier Stunden verzichteten die Ratsmitglieder auf ein gemeinsames Foto.
Zu Beginn der Sitzung richtete Alterspräsident Ralf Wolter (SPD) einen Appell an das Gremium. Im Rat habe es immer ein gutes Miteinander gegeben; er erinnerte daran, dass es zwar harte Auseinandersetzungen gegeben habe, aber „niemals gab es Attacken unter der Gürtellinie“. Mit Blick auf frühere Debatten um die Schullandschaft und die Schließung der Wehdeler Schule äußerte er die Hoffnung auf ein besseres Miteinander in dieser Wahlperiode. Dennoch wurde in der Sitzung heftig um Ämter, Ausschusssitze und Ratsmandate gerungen, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.<2h>Streit um eine erneute AuszählungEin zentraler Streitpunkt war der Einspruch gegen das Wahlergebnis von Geestenseths Ortsbürgermeister Jörg Rohde (Freie Bürger). Er hatte den Einzug in den Gemeinderat verpasst und verwies darauf, dass er bei der Ortsratswahl 191 Stimmen und seine Partei 27 erhalten habe, während es bei der Gemeinderatswahl umgekehrt 32 Stimmen für ihn und 140 für seine Partei gewesen seien. CDU-Fraktionschef Dr. Denis Ugurcu befürwortete eine Nachzählung mit den Worten: „Es ist der Demokratie nicht abträglich, wenn wir nachzählen. Auch um einer möglichen Legendenbildung entgegenzuwirken.“ Unterstützung kam von Grünen-Ratsmitglied Dr. Wilken von Appen sowie Freie-Bürger-Fraktionschef Claas Holler, der erklärte: „Nachschauen ist an dieser Stelle die richtige Lösung.“ Die SPD lehnte dies ab; Sandra Thun sagte: „Die Zahlen allein beweisen nichts“, und ergänzte: „Für uns ist entscheidend, ob ein konkreter Fehler genannt wird, bloße Vermutungen genügen nicht, um die Wahl noch mal neu auszuzählen.“ Die politische Mehrheit setzte eine erneute Auszählung in Geestenseth schließlich durch.