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Insolvenz der Nordseeklinik: Notfallversorgung auf Helgoland gesichert

Trotz des Insolvenzantrags der Betreibergesellschaft bleibt die medizinische Notfallversorgung auf Helgoland vollumfänglich erhalten. Die Rettungsdienst-Kooperation setzt die Zusammenarbeit fort, während über die Zukunft der chirurgischen Station verhandelt wird.

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Die medizinische Notfallversorgung auf Helgoland bleibt trotz der Insolvenz der Nordseeklinik weiterhin gesichert. Die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein bestätigte am Freitagnachmittag, dass die bewährte Zusammenarbeit mit der Inselklinik unverändert fortgesetzt wird. Sämtliche bestehenden Strukturen und Absprachen bleiben erhalten.
Hintergrund ist der Insolvenzantrag der Park-Hospital-Gesellschaft, die die Nordseeklinik betreibt. Das Unternehmen hat am Donnerstag beim Amtsgericht Pinneberg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, dem das Gericht zugestimmt hat. Die Klinik wird somit weiterhin von ihrer eigenen Geschäftsführung geleitet und nicht von einem Insolvenzverwalter, während ein vorläufiger Sachwalter das Verfahren überwacht. Der Klinikbetrieb läuft nach Angaben des Hauses normal weiter, eine Schließung ist derzeit nicht vorgesehen. Die Sicherstellung der Notfallversorgung auf Helgoland habe höchste Priorität, erklärte Geschäftsführer Sönke Lase.

Versorgung von Inselbewohnern und Gästen

Die Nordseeklinik ist das einzige Krankenhaus der Hochseeinsel. Sie verfügt über vierundzwanzig Betten und rund vierzig Beschäftigte sowie über Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie und Unfallchirurgie und eine neurologische Station mit langjähriger Erfahrung bei der Parkinson-Behandlung. Versorgt werden damit etwa eintausendfünfhundert Inselbewohner und im Jahr rund dreihunderttausend Urlaubs-, Kur- und Tagesgäste. Als Grund für die wirtschaftliche Schieflage nennt der Betreiber unter anderem einen Streit mit den Krankenkassen über die Rückzahlung von Zuschlägen, die die besonderen Bedingungen der Versorgung auf einer Hochseeinsel ausgleichen sollen, wie das Presseportal berichtet.

Ungewisse Zukunft der chirurgischen Station

Im Zuge der Sanierung soll die Klinik in eine sogenannte sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung umgewandelt werden, die ambulante und stationäre Behandlung verbindet. Nach den Vorgaben des Bundes wäre in einer solchen Einrichtung eine stationäre chirurgische Versorgung jedoch kaum fortzuführen. Die Geschäftsführung verweist darauf, dass auf dem Festland in aller Regel innerhalb einer halben Stunde ein Chirurg erreichbar sei, auf Helgoland wegen Entfernung, Wind und Wetter aber nicht. Ohne chirurgische Station könnten Knochenbrüche oder tiefe Schnittwunden auf der Insel nicht mehr behandelt werden. Die Klinik setzt deshalb auf eine Sonderregelung des Landes und führt dazu weiter Gespräche mit der Landesregierung und den Krankenkassen. Wie diese ausgehen, ist bislang offen. Über die Hintergründe berichteten der Norddeutsche Rundfunk und Fachmedien.

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