Millionenförderung für Offshore-Forschung: Testkette für Windpark-Drohnen reicht bis Helgoland
Das Fraunhofer-Institut baut im Projekt „Fokus-Wind“ ein dreistufiges Testsystem für autonome Systeme in Offshore-Windparks auf. Der Bund fördert das Vorhaben an den Standorten Bremen, Cuxhaven und Helgoland mit knapp neun Millionen Euro.
Dreistufiger Aufbau von der Laborumgebung bis zur Hochsee
Der Ausbau der Windenergie auf See führt dazu, dass Windparks immer weiter von der Küste entfernt entstehen. Dadurch steigen Aufwand, Kosten und Risiken für Betrieb, Inspektion und Wartung. Einsatzfähige Drohnen, Robotik und intelligente Sensoren können diese Arbeiten automatisieren und Fachkräfte entlasten, jedoch fehlten bislang Orte für Überprüfungen unter echten Einsatzbedingungen. Die neue Forschungskette ist dreistufig aufgebaut: In Bremen entsteht eine streng kontrollierte Laborumgebung für frühe Entwicklungsphasen. Als zweite Stufe dient der im September zweitausendvierundzwanzig eröffnete Offshore Drone Campus in Cuxhaven, der um große Teststrukturen erweitert wird. Dazu gehören ein Gondelsimulator auf beweglicher Plattform, der Nachbau eines Übergangsstücks, Rotorblattsegmente mit festgelegten Schadensbildern sowie ein großer Drohnenkäfig. Den Abschluss der Kette bildet Helgoland, wie das Fraunhofer-Institut mitteilt.Auf der Hochseeinsel betreibt die Forschungseinrichtung gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz das Testzentrum für Maritime Technologien, welches als Reallabor genutzt wird. Die Insel bietet ideale Voraussetzungen, um Technologien unter realen Bedingungen auf See zu demonstrieren und langfristig zu erproben. Projektleiter René Neuholz erklärt, erst die Kombination aus Labor, küstennahem Testfeld in Cuxhaven und Erprobung vor Helgoland erlaube es, Technik und Betriebsabläufe Schritt für Schritt bis zum praktischen Einsatz im Windpark zu qualifizieren.
Für Helgoland bedeutet das Vorhaben, dass der eigene Forschungsstandort weiter an Gewicht gewinnt. Das Projekt läuft über einen Zeitraum von vier Jahren, von August dieses Jahres bis Sommer zweitausenddreißig. Nach Ablauf der Projektlaufzeit soll die entwickelte Infrastruktur Unternehmen und Forschungseinrichtungen dauerhaft als offene Plattform zur Verfügung stehen.