Relikt im Wattenmeer: Die Geschichte des ehemaligen Partyschiffs „Mariann“ vor Sylt
Vor der Insel Sylt ragen bei Ebbe die Überreste des Dreimastschoners „Mariann“ aus dem Watt. Das einst als Restaurant geplante Schiff blickt auf eine ungewöhnliche Geschichte zurück.
Vom Frachtsegler zum Gastronomieprojekt
Das Schiff wurde im Jahr 1903 auf der dänischen Insel Thurø unter dem Namen „Britannia“ gebaut. Nach einem Wechsel nach Schweden im Jahr 1927 erhielt der Frachtsegler 1942 den Namen „Mariann“. Nachdem das Schiff 1959 ausgemustert worden war, holten es zwei Sylter im Jahr 1961 nach Munkmarsch. Ihr Plan war es, im Bauch des alten Seglers ein schwimmendes Café und Restaurant einzurichten. Wie die shz berichtet, verweigerten die Behörden jedoch die endgültige Genehmigung für dieses Projekt.Strandung vor Braderup und spätere Zerstörung
In der Sturmnacht vom 17. Februar 1962 riss sich die „Mariann“ von ihrem Liegeplatz los und strandete rund 200 Meter vom Ufer entfernt vor Braderup. Auch das Vorhaben, dort ein Kabarett samt Seebrücke einzurichten, scheiterte. Stattdessen entwickelte sich der Schoner zu einem inoffiziellen Partyschiff und Geheimtipp.Im Jahr 1981 zerstörte ein Feuer die verbliebenen Aufbauten. Über die Ursache gibt es unterschiedliche Überlieferungen, darunter Brandstiftung. Seitdem sind die hölzernen Reste im Watt den Gezeiten, dem Salzwasser und Stürmen ausgesetzt.