Elbvertiefung macht Fortschritte: Mehr Tiefgang für Frachter bis 350 Meter
Ab Mitte November können Containerschiffe bis 350 Meter Länge den vollen Tiefgang auf der Unterelbe nutzen. Für noch größere Frachter bestehen weiterhin Einschränkungen.
Im Januar 2027 jährt sich der offizielle Abschluss der Elbvertiefung zum fünften Mal, doch die angekündigten Solltiefen der Fahrrinne auf der Unterelbe sind weiterhin nicht vollständig erreicht. Dennoch gibt es nun einen weiteren Fortschritt bei der Befahrbarkeit zwischen der Nordsee und Hamburg. Laut der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) ist für Schiffe bis zu einer Länge von 350 Metern mit der Freigabe des Tiefgangs von 13,80 Metern das Ausbauziel der Fahrrinnenanpassung erreicht.
Einschränkungen für Mega-Schiffe und Ursachen
Für noch größere Containerfrachter gilt dieser volle Tiefgang weiterhin nicht. Nach Angaben der Hamburger Wirtschaftsbehörde fehlen für Mega-Schiffe bis zu 400 Metern Länge weiterhin 20 Zentimeter des zulässigen Tiefgangs.
Die Fahrrinne der Unter- und Außenelbe war von 2019 bis 2021 ausgebaggert worden, um den immer größeren Containerschiffen die Passage in den Hamburger Hafen zu erleichtern. Nachdem zunächst die angestrebten Solltiefen freigegeben worden waren, schränkte die GDWS diese im Sommer 2023 wieder ein. Ursachen waren starke Sedimenteinträge – unter anderem durch Sturmfluten – sowie der Fund von Weltkriegsmunition im Mündungsbereich. Seither wird auf der Unterelbe kräftig nachgebaggert, Spezialschiffe entfernen fortlaufend Sedimente und nachgerutschten Sand.
Politische Debatte und Arbeiten vor Wedel
Die rund eine Milliarde Euro teure Ausbaggerung der Fahrrinne war politisch hoch umstritten. Umweltschützer klagten jahrelang letztlich erfolglos gegen die neunte Elbvertiefung. Hamburg, der Bund und die maritime Wirtschaft erhoffen sich von den größeren Tiefgängen einen wichtigen Schub für Deutschlands größten Seehafen. Zugleich sorgt die tiefere Fahrrinne aber für eine deutlich beschleunigte Verschlickung kleinerer Häfen an der Unterelbe auf der schleswig-holsteinischen und der niedersächsischen Seite.
An einer weiteren Verbesserung der Befahrbarkeit wird auf der Begegnungsstrecke vor Wedel noch gearbeitet. Bisher dürfen sich dort Schiffe mit einer addierten Breite von bis zu 110 Metern passieren. Laut GDWS laufen Tests, um den Wert auf 115,50 Meter anzuheben. Die Begegnungsbox vor Wedel gilt als entscheidend, damit besonders „dicke Pötte“ auf der Fahrt von und nach Hamburg nicht aufeinander warten müssen.